Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 320 (sequence 20)
- Language
- German
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320 ®ie Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. war Serubabel der Hauptfactor beim Altarbau und bei der Grundsteinlegung des Tempels, wenngleich alles unter Auf- 3icnt des persischen Staatsbeamten Sesbazar geschah. Wo es aber galt, dem neuen Satrapen Tatnai gegenüber sich zu legitimieren (5,16), da mussten die Judäer selbstverständlich den Sesbazar in den Vordergrund rücken, eben weil es ihnen bauptsächlich darum zu thun war, die königliche Bevollmächtig gung für den Bau zu beweisen. Das bezeugt auch die nachdrückliche - Betonung ״לי פחה שמה״ den er zum Pascha eingesetzt hatte“ 5, 14. Vgl. ferner auch Marti (Serubabel 1893). üebrigens halten auch Stade, Smend und Kosters Sesbazar für einen Richtjuden. Wenn G u t h e, der eine Rückkehr unter Kyros leugnet, sich zur Annahme genöthigt sieht, dass Sesbazar wirklieh den Grundstein zum Tempel gelegt habe, so ist dies von seinem Standpunkt aus sehr begreiflich, da er doch den Bericht von einer Grundsteinlegung Serubabels in Esra c. III für ungeschichtlich hält. Wenn aber Holzhey (Esra Reh. 1902), der eine Grundsteinlegung unter Serubabel, gemäss Esra c. III zugiebt, trotzdem behauptet, die in Esra c. III berichtete Grundsteinlegung unter Serubabel sei schon eine zweite gewesen, der eine solche unter Sesbazar vorangegangen wäre, so muss dies doch, angesichts der zahlreichen Widersprüche, die aus dem unzweideutigen Berichte in Esra c. III entstehen, als ein verzweifeltes Unternehmen bezeichnet werden. Esra 5, 16, verlangt dies durchaus nicht. Marqu ar d hat in der Bezeichnung ״נשיא״ bei Sesbazar (Esra 1, 8) den Beweis dafür gefunden, dass man hier mit spätchroni- 8 tisch er Färbung zu thun habe; ״denn“, sagt Marquard, ״diese Bezeichnung stattTtfm׳/sieht gewiss nicht alte rtümlieh aus.“ Hugo Win ekler (KAT. 1902, 286) behauptet dagegen, dass Sesbazar, als Sohn des Königs Jojakim, schon unter der Chaldäerherrschaft zum Fürsten über die Juden eingesetzt worden sei, und zieht die Bezeichnung ״נשיא״, die seiner Ansicht nach, ein sehr alterthümliches Aussehen habe, als Beweis hierfür an. Ist dies nicht be״ zeichnend genug für die solide Basis, auf der solche Behauptungen fussen? Der Bericht über die Grundsteinlegung unter Serubabei (Esra 3, 7, ff.) wird nun nicht nur von solchen Gelehiten, die eine Grundsteinlegung unter Kyros überhaupt nicht