Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 318 (sequence 18)
- Language
- German
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318 Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. legung zum Tempel geschah im zweiten Jahr nach der Rück־־ kehr der Exulanten (III. 8). Hach Haggai 1, 1׳ war dies auch das zweite Jahr der Regierung des Darius Hystaspis“. Nun, eine derartige Interpretation gehört in die Exegese vom Jahre 1698, nicht aber in die vom Jahre 1898. Als fernerer Beweis gegen die Echtheit von E s r a c. III wird angeführt, dass zwischen Esra c. III und 5, 16 ebenfalls ein Widerspruch bestehe, da nach der aramäischen Urkunde Sesbazar den Grundstein zum Tempel gelegt habe, nach der chronistischen Darstellung in Esra c. III hingegen, diese Rolle dem Serubabel zugeschrieben werde. Diesen Widerspruch hat besonders K u e n e n mit Nachdruck hervorgehoben. Es wird selbstverständlich dagegen bemerkt, dass ,der Chronist in Esra c. I ebenfalls den Sesbazar in die erste Linie stellt. Hierauf antwortet Kueneo: der Chronist habe in Esra c. I, eben mit Rücksicht auf 5, 16. 17 den Sesbazar gewählt. Da bleibt es aber doch unbegreiflich, warum der Chronist in Esra c. I, auf 5, 16 mehr Rücksicht genommen haben sollte, als in Esra c. III. Warum hat ferner der Chronist den Widerspruch zwischen c. I, und 5, 16. mehr zu verhüten gesucht, als den zwischen Esra c. I, und dem noch näher darauffolgenden 2, .1—2. "״הבאים עם זרובבל? Dieser scheinbar grelle Widerspruch besteht aber nur dann, wenn man in Sesbazar einen Juden sieht. Dies geschieht nun zwar von den meisten neueren Gelehrten, und dennoch muss man es als eine blosse Willkür bezeichnen; denn die ganze Annahme beruht lediglich auf der Identification von Sesbazar mit Senazar in I Chr. 3, 18, die von aller Welt als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Welche Berechtigung aber hat man dazu, einen Namen wie Sesbazar, der so häufig in den Texten und auch noch in den aramäisehen Documenten vorkommt, einer solchen Combination wegen zu verstümmeln? Wie nun gar Nikel (Wiederherst. 44) und Seisenberger (Schäfer B. C. 1901) dazu kommen, in der Bezeichnung ״נשיא״ (Esra 1, 8) eine jüdische, ja sogar eine davidische Abstammung zu erblicken, ist nicht einzusehen. Der Versuch endlich, Sesbazar mit Serubabel zu identifizieren, ist heute hinfällig geworden. Denn.solches konnte nur solange Bestand haben, als man annahm, Sesbazar sei der babylon. Name Serubabels. Diese Annahme muss jetzt zurücktreten, da die keilinschriftlichen Dokumente jener Zeit uns vielfach belehren, dass Serubabel ein acht babylonischer