Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 317 (sequence 17)
- Language
- German
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Die WiedeiherstelluDg Israels unter den Achämeniden. 317 vielleicht sogar etwas mehr behaupten als wirklich geschehen war? . . . . Dass man, selbst wenn 538 der Grundstein gelegt und der Bau dann ins Stocken gerathen war, 18 Jahre später, im Jahre 520, aufs Neue mit der Grundsteinlegung begann, ist doch selbstverständlich; wir würden gegenwärtig nicht anders verfahren.“ Diese den Verhältnissen durchaus entsprechende Auffassung macht es sehr selbstverständlich, dass der Bau unter Haggai und Zach, nicht als Fortsetzung des ersten Baues angesehen werden konnte. Dass die Propheten sonst auf den ersten Yersuoh nicht anspielten, ist nicht anders zu erklären, als dass sie das mit Rücksicht auf Serubabel und Josua, die am ersten Versuch auch thätig waren, unterlassen. Der Prophet weist ja auch nirgends auf die Milde und Hochherzigkeit der persischen Regenten hin, obgleich er in seiner Anregung zum Tempel bau nur diese zur Grundlage hatte; denn sicherlich hätte heim Fortbestehen der Chaldäerherrschaft von einem Tempelbau keine Rede sein können. Bert 11 ölet (Marti 1902, 12) sagt mit Recht : ״Konnte denn nicht, nachdem einmal dieser Bauanfang durch die Ankunft der feindlichen Nachbaren in seinem ersten Stadium erstickt worden war, eine ca. 18 Jahre später fallende Grundsteinlegung, die eine erfolgreiche Fortsetzung inaugurierte, schon im Bewusstsein der Zeitgenossen so sehr als die eigentliche Tempelgründung erscheinen, dass die vorangegangene von einem Haggai und Zach, einfach übergangen werden durfte, als wäre sie nie dagewesen?“ Esia 3, 8—13 ist also nur eine ausführlichere Berichterstattung als das authentische aramäische Document in 5, 16 und kann daher sowenig als jener Bericht vor dem scheinbaren Widerspruch mit Hagg. und Zach, zurückweichen. Sellin (Stud. II 10) macht übrigens gegen Kosters Behauptung, wonach der Tempelbau unter Kyros vom Chronisten nur mit Rücksicht auf Jesaia c. 45 combiniert sei, mit Recht geltend, dass der Chronist dann auch von einem M auerbau unter Kyros hätte berichten müssen, da es von Kyros heisst: ״Er wird meine Stadt bauen“ (Jesaia c. 46). Kaulen (Einl. 1898) aber sucht, angesichts des Widerspruches zwischen Esra 3, 5 und Hagg. und Zach., über den seit beinahe 4 Jahrzehnten so heftig discutiert wird, im folgender Weise zu lavieren. Er sagt Seite 70: ״Die Grundstein- 20*