Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 316 (sequence 16)
- Language
- German
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316 Di0 Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. vereinbarten, Gedern von Libanon in Flössen nach Jaffa za liefern. Yon da aus wurden diese nach Jerusalem befördert, undi im darauffolgenden Jahre wurde unter Posaunen schall in feierlicher Weise der Grundstein zum Tempel gelegt. (3, 1—13. 5, 13—17). Gegen die Geschichtlichkeit von Esra c. III hat nun S ch r ader in den sechziger Jahren gewichtige Gründe geltend gemacht, und ihm haben sich nachher eine grosse Anzahl von Exegeten angeschlossen, so Stade, Wellhausen, Euenen, König u. A. Das Hauptmotiv ist der Widerspruch zwischen Esra 3, 8 —13 und Haggai 2, 19. Zach. 8, 9. Nach letzteren Prophetenausprüchen könne der Grundsteinlegung unter Darius Hystaspis eine andere unter Kyros nicht vorausgegangen sein. Diesen Widerspruch zu beseitigen, bemühen sich Nike! (Wiederherstellung 1900, 101—123), Sellin (Stud. 1901, II 44—56) und Hirsch (Zwölf Propheten zur Stelle), indem sie zu beweisen suchen, dass die Propheten in den genannten Stellen auf die erste Grundsteinlegung hindeuten. Wir sehen hier von diesen haarspaltenden Etymologien ganz ab, ja wir gestehen zu, dass Wellhausens Auffassung sich aus dem Prophetentexte viel glatter und einfacher berauslesen lässt, als diejenige seiner Gegner. Nichtsdestoweniger aber sind wir mit Meyer, Marquard Bertholet u. a. Gelehrten überzeugt, dass Hag. u. Zach, dem Berichte in Esra, 3, 8 ff*, nicht nur nicht widersprechen, sondern vielmehr zu ihrem Yerständniss erst den Schlüssel geben. Es darf vor allen nicht übersehen werden, dass der scheinbare Widerspruch mit Haggai und Zach, nicht bloss gegen die chronistische Darstellung von Esra 3, 8 verstösst, sondern auch gegen den unzweideutigen Bericht in der aramäischen *Urkunde Esra 5, 16. Meyer (Entst. 45) sagt; ״dass Kyros Befehl nicht ausgeführt ist, sagt ja der Bericht von 5, 16 ausdrücklich. Den Hauptnachdruck legt die Antwort der Juden darauf, dass Kyros die von Nabochodonozor geraubten Tempelgeräthe herausgegeben hat; damit beweisen sie, dass er auch die Wiederherstellung des Temjiels befohlen hat .... Und ist es denn anstössig, ist es nicht vielmehr das Natürlichste von der Welt, wenn die Juden, welche die Legitimität ihres Yorgehens dem neuen König gegenüber nachweisen wollen, den Mund etwas voll nehmen, wenn sie