Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 311 (sequence 11)
- Language
- German
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־Die Wiederherstellung Israels'unter den Achämeniden. 311 ner auch solche Geschenke, die augenblicklich nicht verwendbar waren, dargereicht wurden, wäre nur befremdlich und voreilig, wenn derartiges von in Jerusalem ansässigen Bürgern berichtet würde, und nicht von Leuten, die jetzt aus Babel kamen und •selbstverständlich alles darboten, was sie von Babel hierfür mitgebracht haben. Zu VI. Ist es nicht erstaunlich, dass gerade Esra in seiner Expedition, bestehend aus 1400 Mann, sehr wohl die Repräsentation des gesammten Judenthums symbolisieren durfte, dass aber der ersten Karawane von 40,000 Mann dieses nicht erlaubt gewesen sein soll. 'Warum? Zu YII. Warum kann denn Asarjah Neh. 7, 7 nicht der Grossvater Esra’s (Esra 7, 1. I. Chr. 5, 40) gewesen sein, wenn es nämlich nicht überhaupt Unsinn ist, alle ähn- ־■liehe Namen zu identifizieren? Warum sind ferner die Namen der hervorragenden Männer von Esra 8, 2. 3. 5. 9, 10 in dieser Liste nicht zu finden? Kosters wird darauf antworten: Der Chronist habe diese Namen absichtlich gemieden, um so die Liste in die Zeit des Kyros verlegen zu können! Aber dann hätte er doch ganz besonders den Nehemias daraus entfernen müssen, der doch in erster Linie in die Augen springt. Uebrigens geht ja gerade aus Neh. 10, 3. 11, 1, worauf sich Kosters beruft, mit aller Evidenz hervor, dass dort nicht von dem sonst b e - kannten Esra die Kede sein kann. Denn wie wäre es denkbar, dass dieser hier ohne jegliche Bezeichnung und dazu noch erst an fünfter Stelle genannt worden sein sollte? Zu VIII, In den guten, alten Zeiten, als man noch Salmanassar, Sargon und Sancherib, weil alle מלך אשור genannt werden, identificierte, wäre die Kosters’sche Identification von Mordchai in Esra 2, 2. Neh. 7, 7 mit demjenigen des Estherhuches sehr zeitgemäss gewesen. Heute kommt man mit solchen Vermuthungen zu spät. Die keilinschriftlichen Documente aus dem Jahrhundert des Exils zeigen uns, dass damals in Babel fast jede zweite Person den Namen Mardukai hatte (Vergl. Strassmayer, Babyl. Texte S. 35). Wenn der Chronist, wie Kosters meint, in dieses kleine Verzeichniss alle bedeutenden Männer hat mit aufnehmen wollen, warum hat er da nicht in erster Linie Haggai und Zach, dazu gezählt, wobei er doch gar nicht in Verlegenheit hätte kommen können, während man doch beim