Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 304 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829760-2829765-2884038--31434-2884071- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
304 Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. Allein, selbst wenn dies aus diesem Yerse wirklich hervorginge,, so wäre ja auch noch nicht einmal der geringste Beweis vorbanden, dass ״diese s c h 0 n lange in Palästina wohnen» den“, nicht eben vor 80 Jahren aus Babel gekommen sein können. Aber davon ganz abgesehen. In Esra 9, 4. 106 י. 7. 8 wird ja ausdrücklich berichtet, dass es Nachkommen der Gola waren, die Mischehen einging e n. Dass dort nicht E sras Gola gemeint sein kön n 0, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden; diese war ja erst־'׳jetzt mit Esra nntgekommen. Hieraus muss also gerade im Gegentheil auf die Geschichtlichkeit der Rückkehr unter Esra geschlossen werden. Aus dieser Klemme sucht sich Kosters mit folgender, gewiss noch etwas mehr als sonderbaren Behauptung zu helfen. ״Aus 9, 2 geht hervor, dass eine Absonderung von' den Heiden nicht stattgefunden hat, und also keine Gemeinde, in dem Sinne gebildet ist, dass palästinensische Juden und zurückgekehrte Verbannte sich gegenüber der heidnischen Bevölkerung an einander angeschlossen haben. Dazu wird 10, 16 der Brne ha-Gola wieder in einem anderen Sinne gedacht. Hier sind sie eine Vereinigung von Israeliten, zu denen die Schuldigen nicht gehören, und die als über den Letzteren stehend, über sie das Urteil fällt. Darum halte ich die Vorstellung, nach der bei Esras Kommen sich eine Gola in Kanaan befand, die sich mit Fremden vermischt hatte, nicht für einen Bestandteil der ursprünglichen Erzählung.“ Wir übertreiben wahrlich nicht, wenn wir behaupten, dass die hier angeführte Schlussfolgerung mehr Wider- Sprüche als Worte enthält. Dort, wo es Kosters darauf ankam, seinen Schluss bezüglich der Bezeichnung ״Israel“ zu ziehen, da konnte er die Echtheit von Esra 9—10 nicht nachdrücklich genug betonen. Jetzt aber, da ihm diese beiden Cap. einen Strich durch seine falsche Rechnung machen, bringt er es auch sehr gut fertig, nicht blos Cap. 10 als chronistische Ueberarbeitung hinzustellen, sondern sogar das seiner Ueberzeugung nacli u rechte Ich-Stück C a p. 9 vielfach zu corrigieren. Und worauf hin? Auf Grund einer Combination, die weder Anfang noch Ende hat. Falsch ist gleich der erste Schluss, dass nach 9, 2 die jerusalemitische Urgemeinde mit den Zurückgekehrten sich noch nicht vereinigt hatte, u. zw. schon deshalb, weil es eine jerusalemitische Urgemeinde gar nicht gegeben hat. (Vgl♦