Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 303

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-07-01
Page
Seite 303 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829760-2829765-2884038--31433-2884070
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. 303 Colonisten, yon denen der Tempelbau zuviel Opfer forderte, damit trösten, dass sie die Lasten des Tempelbaues nicht allein zu tragen haben werden, sondern dass auch noch die in der Perne wohnenden Brüder daran teilnehmen werden, wie es eben auch geschah. Zeh ntens. Auch Esra 7—10 soll die Ungeschichtlichkeit der-Rückkehr beweisen; denn da in Esra 8, 3—14. 24. 35 alles mit der Zahl ״zwölf“ geschieht, wobei also die Zahl der 12 Stämme berücksichtigt wurde und Esra also in seiner Expedition die Gesammtheit Israels repräsentiert, so kann vor ihm keine Gola gekommen sein, sonst hätte er seine kleine Schaar nicht als ״Israel״ hinstellen können (Kost. 36). Was man nun zu solchen willkürlichen Behauptungen sagen soll, weiss man wirklich nicht. Nach sämtlichen his torischen Berichten stammt sowohl die Expedition Serubabels als auch diejenige Esras von keinem anderen Stamme als von Juda und Benjamin. Wie konnte also Esra, selbst wenn keine Gola vor ihm stattgefunden hätte, seine 1500 Mann für ״Israel“ ausgeben? Kosters selbst giebt ja zu, dass Esra dies nur in symbolischem Sinne that. Warum sollte also Esra, falls 80 Jahre vor ihm bereits eine gleiche oder ähnliehe Expedition stattgefunden hatte, zu einer solchen Symbolik keine Ursache haben? Warum sollte diese bildliche Darstellung angesichts einer vorangegangenen Gola weniger schicklich sein,als gegenüber den eingebornen Juden Jerusalems? Das Darbringen von Opfern nach der Zahl “12״ ״zwölf Stämme Israels“ hat übrigens nach Esra 6, 17 auch schon vor Esra stattgefunden. Aber das will Kosters nicht gelten lassen, weil es vom Chronisten stammt. Nun denn, die Opferung in 8, 85 stammt doch auch vom Chronisten (Kost. 95.), warum lässt er diese gelten? In Esra’s Memoiren wird die Zwölfzahl freilich auch berücksichtigt; aber eine solche Berücksichtigung hat auch schon vorher stets stattgefunden, so z. B. Levit. 24, 5. Nurn. 7, 3. 84. 88, vgl. die 24 Priesterclassen aus je 12 Mann (Neh. 12, 12—21) und ebenso die 24 aus je zwölf Mann bestehenden Sängerclassen I Chr. 26, endlich die 48 Levitenstätte (Num, 35. 7) und die 72 Aeltesten (Num 11, 24. 26). Elftens. Die ersten 2 Yerse in Cap.9, lassen vermuthen, dass die Juden, von denen Esra hört, dass sie mit fremden Frauen verheiratet seien, schon lange in Palästina wohnen, also nicht von Babylon gekommen sein können (Kost. 96).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.