Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Sinai und sine
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 300 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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300 סנה und סיני. fallen dessen, der auf dem Sinai wohnt“ 1). Die inhaltliehe Schwierigkeit wäre hierdurch wohl behoben; die Emendation lässt sich jedoch in philologischer Hinsicht schwer rechtfertigen; der Knoten ist durch sie nicht gelöst, sondern durchhauen. Aber auch ohne diese Gewaltsamkeit kann man vielleicht zum Sinai gelangen. Im Hebräischen finden sich nämlich, wenn auch nur vereinzelt, neben einander die monophthongische Endung n« und die diphthongische Endung י"^ als radikaler Wortausgang. Barth2) führt an: שיי nebenלשךה־ sowie neben •אשי die Form אשי, die als Absolutus zu dem singularischen Status constructus אשי anzusetzen ist3). Könnten da nicht auch סנה und סיני mit einander identisch sein, derart dass das eine die monophthongische, das andere die diphthongische Form eines und desselben Eigennamens wäre?4). שכני סנה hiesse dann, ohne j ede textliche Aenderung : der auf dem Sinai wohnende. Die Yokalisierung der Massoreten, die nach dem Beispiel von Targum und Midrasch סנה als Dornstrauch auffassten, dürfte aber wohl abzuändern sein, vielleicht nach Analogie von סכה I Sam. 14, 4, wenn anders anzunehmen ist, dass dieses Wort, wie z. B. •בלי und י?י, in pausa unverändert geblieben ist5). Eine Frage, die sich hieran anschliesst, ist die, ob סגה in Exodus 3, 2 ff. in gleicher Weise zu interpretieren sei, so dass es dort hiesse: der Sinai brannte in Feuer, aber er wurde nicht verzehrt. Dafür zu sprechen scheint der demonstrative Artikel הסנה, der auf etwas Bekanntes hinweist6), was vom *) Steuernagel, Handkommentar zu Deuteronomium cap. 33 v. 16; vgl. auch Baentsch, Handkomm. zu Exod. 3, 2. י) Barth in ZDMG-. 42, 351 Aura. 3 und ״Nominalbildung230 § ״ p. 375. 3) Barth, Nominalbildung a. a, 0., Anm. 2 : ״der Constr. אשי verhält sich zum parallelen אישה wie שידי zu ״שידה. *) Folgende Formen seien, zwar nicht als analoge Bildungen, aber zur Vergleichung angeführt: אפנה אפני (Barth in ZDMG,(345 ,42 .־ לבנה arab. lubnaj (Gesenius-Kautzseh, Gram. 25 § 86, 2, 5),’ ferner die Femininformeii שרי — שרה (Nöldeke in ZDMG, 40, 183) und עשרה" israj (Olshausen, Grammatik § 110). Vgl. auch דיה und דיי. 5) S.' Olshausen, Grammatik § 144 a; vgl. auch Gesenius-Kautzsch § 84 a 1 £ und § 87, 1 c. Ueber die Zusammengehörigkeit von פיני und סנה (1 Sam. 14, 4) vgl. Wellhausen, Prolog, * S. 344, Anm. 1. 6) Vgl. Baentsch, Handkomm, zu Ex. 3, 2הסנה״ mit Artikel, als ob der Dornstrauch bekannt wäre“.