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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 273

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
David Oppenheim als mährischer Landrabbiner
Date
1902-05-01
Page
Seite 273 (sequence 12)
Language
German
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David Oppenheim als mährisclior Landrabbiner. 273 seinen Schutz genommen, was ihm bei seinen häufigen Reisen nach Hannover von besonderem Werthe war. Schon im Sommer des Jahres 1698, kurz nach dem Regierungsantritt Georg Ludwigs, hatte er sich daselbst mehrere Wochen aufgehalten1) und war gerade in Nikolsburg noch zur rech־ ten Zeit eingetroffen, um beim Tode seines wohlgesinnten dortigen Herrschers, des Pürsten Ferdinand, und bei der Erbhuldigung für dessen Sohn und Nachfolger anwesend zu sein. Jetzt, da er wiederum in der kurfürstlichen Residenz erschien, durfte er dankbar vor seinem Gönner das Wohlwollen rühmen, welches auch sein neuer Herr ihm bcwies, und zur Bewahrung und Befestigung desselben hier gleichfalls um eine Empfehlung bitten, welche Georg Ludwig denn auch bereitwilligst in folgendem Schreiben nach Nikolsburg übermittelte2). Hochgeborner Fürst, Freundlich geliebter Oheim! Euerer Liebden Schutzverwandter Jude der Ober-Rabbi David Oppenheimer hat bey seiner hiesigen Anwesenheit sehr gerühmt die vielfältigen Gnaden, die von Euer Liebden ihm und denen seinigen erzeiget werden. Mir ist nun solches zu vernehmen lieb, nicht allein, weil er meines Hoff- und Cammer Agenten und lieben getreuen Lefman Behrens, dem ich wegen seines wollverhaltens und mir und meinem Hause von langen Jahren her leistenden unermüdeten Dienste mit besondern Gnaden gewogen bin Schwieger-Sohn, sondern auch, weil er für seine person selbst gar guten Gerüchts ist, umb deswillen ich ihn dan zugleich in meinen besondern schütz auf gewisse massn zu denen Zeiten, wann er anhero reiset, genommen und Euer Liebden ihn zu fernerer beharrlichen protection, hiemit aufs Beste recommendire, dieselbe freund-Oheimli,ch ersuchend, Sie belieben dieser meiner recomraendation ihn bey Yorfallenheiten gedeylichen Genuss empfinden zu lassen. Ich verbleibe stets E. L. dienstwilliger Oheim Hannover den 13. Jänner 1702. Georg Ludwig Curfürst. 9 Er approbiert daselbst am 21. Tanimus (30. Juni) die damals 1697—99 in Amsterdam erschienene Schulchan Arucli-Ausgabe und am 5, Elul (12. Aagust) die Gutachtensammlung seines Freundes Jair Bacharach חות יאיר Frankfurt a/M. 1699), sowie das Werk des Eljakirn Goetz רפדוני בתפוחים (Berlin 1712). 2) Das Original ist vom Kurfürsten selbst unterzeichnet. Monatsschrift, 46. Jahrgang. 18

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