Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- David Oppenheim als mährischer Landrabbiner
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 274 (sequence 13)
- Language
- German
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274 David Oppenheim als mährischer Landrabbiner. Ob diese künftigen ״Yorfallenheiten,“ bei welchen die fürstlichen Empfehlungen ihren Werth erweisen sollten, wieder und ausschliesslich gegen ihn persönlich gerichtet sein würden,•das beunruhigte David Oppenheim nach den bisher errungenen Erfolgen sicherlich sehr wenig, und er gedachte auch wahrscheinlich weit mehr zu gunsteu der ihm anvertrauten Gemeinden als im eigenen Interesse davon Gebrauch zu machen. Er hatte dies Letztere wahrlich nicht von Nöten! Denn wie grundlos all’ die Anfeindungen, die er erduldet hatte, gewesen sein müssen, das zeigen die zu Anfang erwähnten Ehrenbeschlüsse der Synode zu TJng,-Brod vom Jahre 1701, welche nunmehr nach dem, was vorausgegangen war, auch noch an Bedeutsamkeit gewinnen. Sie sollten ihmeine überaus glänzende Genugthuung gewähren, ja noch mehr, sie sollten ihn erst recht an seinen mährischen Posten fessein und ihm berechtigten Grund zur Ablehnung der ehrenvollen Berufungen geben, die von anderen Gemeinden an ihn ergingen. Ereilich ohne Erfolg! Ais im Jahre 1702 von neuem zwei besonders verlockende Anerbietungen in Ni״ k olsburg eintrafen, die Ernennung zum Landesrabbiner seiner Heimat, der K u r p f a 1 z1), und die zum Oberrabbiner der berühmten und grossen Gemeinde Prag, konnte David Oppenheim trotz aller Ehrungen, welche ihm in seinem bisherigen Wirkungskreise entgegengebracht worden waren, jenen Lockungen nicht widerstehen und entschied sich für die Annahme der Prager Stellung, in die er jedoch erst Ende des darauffolgenden Jahres 1703 übersiedelte2). ג) Sie wurde ihm von den Vorstehern der Pfalz, die theibveise mit ihm verwandt waren, übermittelt; s. Wiener im Magazin für jüd. Gesch. u. Liter., Jahrg. I (Berlin 1874), S. 83. Löwenstein scheint diese Nachricht, die nicht bloss für die Biographie David Oppenheims, sondern mehr noch für seine G-esch. der Juden in der Kurpfalz S. 150 von Wichtigkeit war, übersehen zu haben. 2) Er approbierte noch am 29. Ijar (15. Mai) 1703 in Nikolsburg die Deraschotsammkmg des Abraham Conque aus Hebron אבק סופרים (Amsterdam 1704) und am 8. Kislew 5464 (16. Novb. 1703) gleichfalls noch als Nikolsburger Rabbiner in Wien die Gutacbtensammlung des Jakob Chagis הלכות קטנות (Venedig 1704). Ergänze hiernach Löwenstein S. 543.