Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Einiges über die Taqanot Schum
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 246 (sequence 8)
- Language
- German
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246 Einiges über * die שרם /VDpfb Sicherlich hat man ihn nur in Speyer, dem ursprünglichen Sitze seiner Lehrtätigkeit so benannt. Damit wäre also erwiesen, dass nicht nur zu Mainz, sondern auch zu Speyer eine Synode stattgefunden. Damit wären aber die verschiedenen Zeitangaben bei MHRMr. und m. einerseits und Luria und MIIRMm. Nr. 10 anderseits erklärt. Die Synode zu Mainz hat im Jahre 1220 תתק״ף, die zu Speyer drei Jahre später im Tammus 1223 תתקפ״ג־ •stattgefunden. Allerdings muss es jetzt auffallen, dass dieselbe Tekana in Betreff der Jebama, welche nach Luria und MIIRMm. Nr. 10 zu Speyer im Jahre 1223 ■ תתקפ״ג erlassen wurde, sich bereits wortlieh unter den Verordnungen aus dem Jahre 1220 befindet. Die Erklärung dafür ist aber einfach, dass es sich hier um die Erneuerung und Wiederholung einer Tekana handelt, die lange vor den beiden Synoden bereits ergangen war. -Und das führt uns zur Prüfung des zweiten Datums, das wir als ein Ergebnis unserer Edition aus dem צדה לדרך festhälten wollen. 6 ׳. Dass die Verordnung in: Betreff der Jebama bereits von der Synode durch R. David aus Münzenberg ergangen und von den Gemeinden angenommen war, bezeugt R. Meir aus Rothenburg in seinem Responsum bei MHRMm. Nr. 10, In unseren Tekanot des צדה לדרך wird aber auch das Jahr des Erlasses dieser Tekana mit 56 angegeben : כך קבלו כל הקהלות על פי החרם על פי מהר״ר דוד מאיינצבורג שנת נ״ו. Das Jahr des Zusammentritts der Synode war תתקפ״ג 4983 ae. m.; somit kann mit der Jahreszahl נץ, welche der Synode vorangegangen war, nur 4956 תתקנ״ו ae. m. 1196 gemeint sein. Dieses findet seine Bekräftigung in den geschichtlichen Ereignissen, welche den Erlass einer solchen Verordnung zu Gunsten von jungen; kinderlosen Wittwen durch' die angesehenste räbbinische Autorität gerade von Speyer erklären und begründen. Das Jahr 1195 war nämlich überaus verhängnisvoll für die Gemeinde Speyer und die jüdischen Einwohner der Umgegend. Der Eund einer christliehen Leiche zu Speyer gab wie so oft den blindwüthigen Judenhassern den willkommenen Anlass, die Juden des Mordes zu beschuldigen, und den Pöbel gegen die Unschuldigen aufzuhetzen. Die Eolge davon war, dass viele Juden zu Speyer und in der Umgegend getödtet wurden, darunter auch der berühmte Rabbiner Isaak ben Ascher ha-Lewi, und dass schliesslich die ganze jüdische Gemeinde zur Aus-