Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Purim und Parodie
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 184 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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184 Purim und Parodie. net wird1). Er hat aber kein hebräisches Wort dafür, sondern das deutsche דיט״ן, welches der Warschauer Druck nicht so wiedergibt (s. Hebr. Bibi. IX, 114). Berliner weist auch kurz auf die ליקוטים hinter Jako b Levi (מהרי״ל, gesh 1427) hin. Die betreffende Stelle findet sichif. 116 b ed. Lemberg 1860 (es ist mir keine ältere Ausgabe zur Hand). Dort ist vom alten Lehrsatz die Rede, der Würfelspieler sei ein ungültiger Zeuge; Jakob meint, das gelte nur, wenn man בערבון oder בהקפה spielt, wenn aber der Einsatz auf den Tisch gelegt wird, sei das keine אסמכתא. Darauf folgt; אמנם מה ש מ מ י יו י ן בני אדם אהדדי שקורין ו ו ע ט י ן לא הוי אסמכתא דכל אהד אומר בוודאי שירויח כמו ההיא ד ה ל ל ס״פ חולין das Citat, Ende K. 7 von Erubin, bezieht sich auf die Würfelspieler. Die Geschichte von Hillel wird im Talmud, Sabbat f. 30 b, erzählt: Zwei Männer wetteten, wer Hillel erzürnen werde, sollte (vom Anderen) 400 Sus erhalten .Ij einer versuchte es, aber ohne Erfolg. Bekanntlich ist ״HiilePs Geduld״ sprichwörtlich geworden. Im Hebr. heisst es ן hier מעשה בשני אדם שהמרו זה את זה, Raschi erklärt das ungewöhnliche Wort durch נתערבו, sie vermischten sich, wie ממרין את היינים (man vermischt die Weine, Sanhedrin 25 b). Der Stamm ist also das biblische מור tauschen; aber die Construction (המרו (המירו זה את זה ist auffällig. Weder Levy (Wörterb. III, 86J noch Kohut (Aruch compl.'Y, 93) nimmt von dieser Anwendung des Wortes Notiz. Jakob Levi erklärt ממירין durch das deutsche ״wetten״. Die Bezeichnung des Wettens in anderen Sp1*a» chen weist auf ähnliche Ideenverbindung mit ״versprechen, bürgen״, im mittalterlichen Latein sponsio, italienisch scomessa ן im französischen parier liegt der 1Begriff von gleich, verbunden, gepaart sein (vgl. pair, lateiDj. par) zu Grunde. Das englische bet ist deutsches wett*), wagqr ist Wagniss, der Wettende ist ein Waghals, er muss ״wetten und wagen״, das Glück zu erjagen. Der Insulaner und Seefahrer wagt und wettet. Die talmudische אסמכתא, die Unzuverlässigkeit, ist nicht das Ideal des Juden gewesen, bis die Beschränkung auf den Handel ibn auch zur unsicheren Speculation bis zum Börsenspiel trieb. Das Spielen, um zu gewinnen, kann vor dem strengen *) Meine Notiz über ms. Oppenh. 1257 Qu. in Hebr. Bibi. IX, 114 ist Neubauer (Catal. Bodl. n. 2287) entgangen; er kennt weder Autor noch Ausgabe. Die Eigentümerin פוילצרן, in Add. p. 1163• פדלרצן, heisst wohl Pülzlein (pulcelle?), Zunz, Ges. Sehr. II, 47, 72.