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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Der Wormser Judenrath
Date
1902-03-01
Page
Seite 159 (sequence 4)
Language
German
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IRI
…/2829132-2829760-2829763-2883791--31268-2883873
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Der Wormser Judenratli, 159 Mitgliedes dem Gemeinderathe zwei Caudidaten vorzuschlagen, von denen er einen wählt. Der Versuch ist misslungen, denn im 17. Jahrhundert zählte der Wormser Judenrath 12 Personen, und die Ergänzung desselben blieb die alte, wie wir bald sehen werden. Zu beachten ist, dass während der Vertrag von 1312 drei Familien aufzählt, ־welche nicht am Judenrathe theilnehmen durften, die Judenordnung von 1505 deren nur zwei kennt. Die Krieheim werden in der Judenordnung nicht erwähnt, und man darf daraus schliessen, dass sie 1505 in Worms nicht mehr existierten. In der That kommt ein solcher Name in der einschlägigen Literatur nicht vor. Auch Juspa Schammas, der von drei Familien spricht, die zum Judenrathe nicht zugelassen werden, kennt nur zwei Namen, welche den Walch und Drilzan entsprechen, während der Name der dritten Familie, der Krieheim, bei ihm unerwähnt ) bleibt. Juspa schreibt nämlich: Es sind drei Familien, von ן denen man nicht einen Parnas wählen darf, und diese sind : Elsässer, das ist die Familie Treves, die Familie Walch und die Familie (der Name fehlt, s♦ weiter). Der Name der dritten Familie ist bei Juspa eben deshalb ausgeblieben, weil es eine solche zu seiner zeit in Worms nicht mehr gab. Die drei Namen sind, wie aus Juspa ersichtlich ist, Familiennamen. Es waren wahrscheinlich ausländische, nach Worms eingewanderte Familien, denen als Ausländern das Recht entzogen wurde, an der Gemeindeverwaltung theilzunahmen. Ausländische Juden hatten in Deutschland noch weniger Rechte, als die einheimischen1). Die Familie Walch stammt aus Italien, denn Walch bedeutet Italiener in der deutschen Sprache, und in der jüdischen Literatur. Dryfzan oder Drieffzeann entspricht wahrscheinlich dem Treves bei Juspa. Die Familie Treves wanderte im 13. Jahrhundert aus Deutschland nach Frankreich aus2), und verbreitete sich von ג) In der Judenordnung Philipp des G-rossmüthigen vom Jahre 1539 heisst es : gantz ond gar keynern ausslendischen Juden gestatten oder zulassen in onsern landen vnd gepieten zu kauften oder zu ver־ kauften weder wenig noch vil (Heb. Bibi. XIX, 40). 2) S. Brüll, Jahrbücher I, 89. — An einem anderen Orte (Polio 67b) schreibt Juspa : שמיני עצרת .... משפחת טריו״ם אינם ארכלין בסוכה בלילה ולמהר ביום אוכלי] בסוכה. Dieselbe Familie in Mainz meint wohl Mahril (הלכות לולב), wenn er sagt: נוהגי] משפחת לומברדיאה שפוני] מן הסוכה ליל ח׳ ספק ז׳• ובשחרית היום חי חוזרין וסועדים במוכה.

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