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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 152

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Zur Frage der Echtheit von Dunasch's Kritik gegen Saadia
Date
1902-03-01
Page
Seite 152 (sequence 12)
Language
German
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152 Zur!,rage der Echtheit von Dunasch’s Kritik gegen Saadia. Versen, wie sie Dunasch zuerst geschrieben, von dem Auftreten Dunasch’s nichts gewusst hat. Oder, wenn es eines solchen Beweises bedurfte, ist dieser durch die Bemerkung Dunaschs, dass Saadia sich über die ihm gezeigten Yerse verwundert und tadelnd ausgesprochen habe, nicht erbracht. Denn vielleicht hat der Gaon, dem Dunasch seine metrischen Gedichte zeigte, diese Art Yerse darum um so schärfer getadelt, weil er die Art bereits kannte und sie für unangemess en hielt. In der That haben die Schüler Menachems (Stern I, p. 27) an Dunasch geschrieben, dass der Gaon nur darum keine hebräischen Gedichte nach arabischem Metrum verfasst habe — womit er ganz wohl dem Dunasch hätte zuvorkommen können — weil er einsah, dass die Sache nicht gut wäre und den Regeln der hebräischen Lautlehre zu wiederliefe. Also entweder stand die Priorität Dunaschs in Bezug auf Einführung des Metrums in die hebräische Poesie fest, dann brauchte Dunasch es nicht erst aus einer Aeusserung des Gaon zu beweisen, oder wenn irgend jemand diesen Ruhm dem Dunasch streitig machen wollte, dann wäre aus dem Tadel des Gaon noch nichts zu Gunsten Duaaschrs bewiesen. Darum kann ich mit Graetz’s Lesung mich nicht einverstanden erklären. Aehnliches gilt auch non Stern’s Lesung und Erklärung. Durch Harkavy’s Verbesserung von משהל דברי אז in דברי אלעזר wird ein völlig befriedigender Sinh erzielt und DunasclPs befremdendes Selbstlob eliminiert, aber es will mir nicht gefallen, dass die Gedichte des Kalir als דברי אלעזר bezeichnet werden, und es fällt auch _ schwer zu glauben, dass אז aus אלעזר verderbt sein soll. Ich schlage daher vor, anstatt למשקל דברי zu lesen למשהל הגרי, oder למשקל ערבי, was einen vortrefflichen Sinn ergiebt: Daraus, dass der Gaon zum Lobe des arabischen Metrums sich äussert — er hält es für bewundernswerth und äussert sich, dergleichen sei in Israel nicht zu finden — erkennen wir, dass Saadia und alle seine Landesgenossen damals keine Kehntniss von der (neuen) hebräischen Reimpoesie und der metrischen Abfassung eines Pijjut hatten. Saadia war ein trefflicher Kenner des Arabischen, der auch arabische Metrik lehrte1) und hat in seinem כתב צחות לשון הקדש, woraus in D2 N. 102 ff. Stellen angeführt und kritisiert werden, wohl l) Stern 1,p. 27, 'z. 8 und 9: . והיתד, בעת ההוא צעיר תלמידיו בלשון הערבי ומשקליה.

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