Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Zur Frage der Echtheit von Dunasch's Kritik gegen Saadia
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 149 (sequence 9)
- Language
- German
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Zur Frage der Echtheit von Dunasch’s Kritik gegen Saadia, 149 wort, und die Yermuthung, dass D2 eine Uebersetzung ist, stützt sich nur auf die Annahme, dass kein Anderer als Dunasch der Yerfasser sein kann. Diese Annahme aber stösst, wie ich gezeigt habe, auf allzugrosse Schwierigkeiten. Wäre der Inhalt von D2 mit D1 so übereinstimmend, dass nach den Grundsätzen einer gesunden philologischen Kritik kein anderer als Dunasch der Verfasser sein könnte, dann müsste man nothgedrungen, um die mit D1 völlig contrastierende Schreibweise der jüngeren Schrift D2 zu erklären, zu der Annahme seine Zuflucht nehmen, dass uns in D2 eine liebersetzung aus dem Arabischen vorläge. Wäre die Schreibweise von D2 dieselbe glatte, leichtflüssige wie in D1 und der Inhalt, einen weit fortgeschrittenen Standpunkt verrathend, widerspräche in einigen noch so wichtigen Punkten dem, was in D1 gelehrt wird, auch dann wäre die Autorschaft Dunasclris ohne Weiteres aufrecht zu erhalten und eine noch so auffallende Aenelerung seiner Ansichten immerhin erklärlich. Aber wo Form und Inhalt der beiden Schriften, gegeneinander gehalten, zu 80 schwierigen kritischen Bedenken Anlass giebt, da genügt die in sich seihst schwierige Annahme, dass nicht das Original sondern nur eine TJebersetznng vorliege — womit übrigens nur eine Hauptschwierigkeit beseitigt wäre — nicht, um die Zweifel an der Echtheit von D2 niederzuschlagen. Ich habe ausdrücklich bemerkt, dass nicht jede einzelne Schwierigkeit, für sich betrachtet, sondern die Gesammtsumme und das Gesammtgewicht der von mir vorgebrachten Bedenken für mich entscheidend gewesen ist. Die Ausführungen Eis haben diese Gesammtsumme und dieses Gesammtgewicht in meinen Augen nicht verringert. Ich kann auch nicht finden, dass die Schlussverse der einzelnen Abschnitte mit dem sonst ungelenken hebräischen Stil ״merkwürdig contrastieren“ (E. p. 78). Die Schlussreime sind natürlich etwas leichter und flüssiger geschrieben als die grammatischen Stücke, weil gerade diese dem Schreiber besondere Schwierigkeiten bereiten. Uebrigens sind auch manche Schlussverse recht ungeschickt, so z. B. zu N. 11 5 23; 25; 140 u. sonst. Die Annahme E.’s, dass die Schlussverse ״einem anderen Yerfasser gehören müssen“, scheint mir durchaus ungerechtfertigt!). Desgleichen die Annahme 1)״Die in den Tescküboth vorkommeuden Verse, welche den Meister des Stils verrathen“ (E. 79). können auch Citate aus zeitgenössischen Dichtern sein, -