Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Zur Frage der Echtheit von Dunasch's Kritik gegen Saadia
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 148 (sequence 8)
- Language
- German
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148 Zar Präge der Echtheit von Duuascb’s Kritik gegen. Saadia. Saadia. und der ganze Satz eia übersetztes Citat aus ׳כתב צחות לשון העברי des Gaon ist. So fällt denn der einzige Beweis für ein arabisch geschriebenes Original in Nichts zusammen. Denn die anderen von. E. ausgeführten Arabismen verrathen durchaus nicht mit Sicherheit eine arabische Vorläge, sondern entweder eine solche, oder einen Schreiber, dem das Arabische weit geläufiger war, als das Hebräische, so, dass er dieses namentlich in den grammatischen Partien nicht anders, als mit Arabismen versetzt schreiben konnte* 1). Aber ehe wir an eine Uebersetzung von D2 aus dem Arabischen denken, haben wir doch wohl als Ursache zu fragen: Wer und was hat den unbekannten Autor zu einer Ueber- Setzung ins Hebräische veranlasst? Uebersetzungen entstehen doch nur aus einem wirklichen Bedürfnisse. Für wen aber hätte eine solche Uebersetzung einen Wert gehabt? Für den des Arababischen Kundigen bedurfte es ihrer nicht, für den des Arabischen Unkundigen wäre diese Uebersetzung fast wertlos gewesen, weil sie ohne Kenntniss des Arabischen nur schwer verständlich ist. Und dabei ist die ganze kritische Arbeit, wie aus den zahlreichen Mahnungen und Aufforderungen zum Lernen hervorgeht, für Schüler bestimmt. Eine Uebersetzung für Lernende, in einer so schwerfälligen, harten und dunklen Sprache geschrieben — wie auffallend! Eine erste Uebersetzung auf dem Gebiete der hebräischen Grammatik, hätte doch auch dem Yerfasser als eine so bedeutsame Arbeit erscheinen müssen, dass dieser allen Grund gehabt und gewiss nicht unterlassen hätte, es in der Aufschrift, wenn nicht gar in einer ausführlichen Einleitung zu erwähnen und wäre es auch nur, um die Mängel der Uebersetzung durch die Schwierigkeiten einer bis dahin noch nicht versuchten Arbeit zu entschuldigen. Warum also ist in der Aufschrift auch nicht mit einem Worte davon die Rede, dass es eine Ueber- Setzung ist? Auf diese Frage giebt es eben keine Ant- ג) Doch möchte ich נפרוץ nicht mit E. (p. 77 unten nnd 78 Note 1) als Arabismus auffassen, da dieser Ausdruck in D2 N. 90 (p. 25, Z. 2> durch das in N. 1 (p. 1, Z. 16) vorkommende מלפרוץ in dem Sinne von ״verstossen“ ausreichend belegt ist. Statt ביטוי, das E. p. 77 aus dem Arabischen erklären möchte, ist wohl מושג zu lesen. E.’s Erklärung, dass ביטוי hier ״andere Aussprache“ bedeutet, scheint mir unzutreffend, da es sich hier um Wortverlängerungen handelt (והארוך מכול],פרשדונה),, für die sonst in D2 N. 22 und 125 a השגה, N. 104 יושג vorkommt.