Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 114 (sequence 18)
- Language
- German
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114 Die Wiederherstellung Israels, unter den. Acliämeniden. ״das zweite Jahr der .Regierung des Darius“ sich findet. Aber gerade das erste Wort dieses Yerses zeigt schon, dass dieser Yers von anderswoher genommen ist und nicht ursprünglich auf Yers 23 gefolgt sein kann; denn ein Kenner der aramäischen Sprache wird ganz zweifellos zwei aufeinander folgende Satze nicht mit ״באדין״ eingeleitet haben. Diese Darstellung nöthigt uns aber auch zu der Annahme, dass die enge Yerknüpfung zwischen Yers 24 und dem Yorangehenden, nicht bei der endgültigen Redaction der jetzt vorliegenden Bücher, als mau die drei Quellenschriften noch, in ihrer ursprünglichen Form kannte, entstanden sein kann. Denn die Unmöglichkeit einer Y er setzung des Arfcachsasta-Briefwechsels ergab sich zunächst schon aus der chronisti sehen Darstellung, die zwischen der ersten und zweiten Grundsteinlegung ein Eingreifen des Artachsasfca nicht kennt. Und zwar folgt das ans der Thatsache, dass sie die Artachsasta-Correspondenz erst am Schlüsse, nämlich nachDarius hat, während die Unterbrechung des Tempelbaues, nach ihr schon unter Kyros (Y, 5) eingetreten ist. Ferner besagte dies aber auch die aramäische Darstellung, die bei der Geschichte vom Tempelbau ein Eingreifen des Artachsasta in der Zeit vor Darius nicht kannte. Es unterliegt deshalb für uns keinem Zweifel, dass die Quellenschrift, die jetzt an zweiter Stelle steht, nämlich die aramäische, — es ist dies unser heutiges Capitel V. — ursprünglich mit Yers 24 begonnen hat. Als dann später das ursprüngliche Aussehen der Bestandteile dieser Bücher in Vergessenheit gerathen war, erschien es natürlich stilistisch sehr unbeholfen, mit »באדיך ״alsdann״ einen neuen Absatz einzuleiten, und so war es nun das Leichteste, diesen Satz als Schluss des Yorangehenden anzusehen. Das die heutige Capiteleinth eilung sehr jungen Ursprungs ist, braucht in diesem Zusammenhänge kaum hervorgehoben zu werden. Nachdem wir nun aus schwerwiegenden Gründen die Annahme, dass die Bücher Esra und Nehemia das einheitliehe Werk Eines Verfassers seien, ־aufgegeben haben und im Laufe der Untersuchung za der Ueberzeugung gelangt sind, dass nur ein kleiner Tlieil des Buches Esra vom Chronisten herrühren könne, haben wir uns nur noch in Kürze mit denjenigen auseinanderzusetzen, die an der Meinung festhalten, dass beide Bücher in ihren ganzen Umfange vom Chronisten verfasst seien.