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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 112

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-03-01
Page
Seite 112 (sequence 16)
Language
German
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112 Die Wiederherstellung Israels unter den Ächämeniden. nicht unmittelbar Religion, Priester und Cultus betrifft, hier auf sehr spärliche und mangelhafte Notizen (so z. B. IS eh.. XI, 4—9. 21. 25—85) angewiesen war. Dazu kommt, dass selbstverständlich die Tempelchronik als solche erst nach der Vollendung des zweiten Tempels unter Darius angelegt wurde, und dass sie darum wohl aus der Kyroszeit wenig oder gar nichts enthalten haben wird. Hierdurch wird es erst recht klar, wieso der Chronist, der doch lange nach Nehemias schrieb, weder von der Zeit nach der Vollendung des Tempels noch von der Esraperiode etwas "Wesentliches berichtet, obgleich er doch die Ereignisse aus der Zeit vor der Entstehung des Tempels ziemlich eingehend geschildert hat. Das Motiv, von dem sich der Chi’0nist bei der Abfassung seines Gesammtwerkes leiten liess, ist nämlich folgendes: Er wollte nach dem Muster der Chronik des zweiten Tempels, auf Grund alter Tempelauf- Zeichnungen, eine ähnliche Chronik auch für die vorexilische Zeit schaffen und fand es für richtig, diese seine Chronik der schon vorhandenen anzuschliessen, d. h. die vorexilische Chronik bis in diejenige Zeit hinabzuführen, in der sie von der Chronik des zweiten Tempels, welche mit dem Bericht von der Entstehung des Tempels unter Darius begann, abgelöst wird. Ueber die folgende Zeit zu berichten, war für ihn selbstverständlich nicht mehr nöthig. Nur die aramäische Correspondenz (IV, 6—23) die er nur in Volkskreisen irgend־ wo vorgefunden hat, sollte der Zukunft erhalten werden, und eben darum brachte er sie am Schlüsse seines Werkchens an. III. Composition der Bücher Esra und Nehemia. Die soeben charakterisirten drei Quellenschriften, von denen die zweite eigentlich niemals ein selbstständiges Werk, sondern nur der Schlusstheil der Chronik gewesen ist, mögen nun längere Zeit, vielleicht auch Jahrhunderte hindurch, in abgeschlossener Form, ganz unabhängig voneinander, bis zur Canonredaction, deren Zeit .endgültig zu bestimmen bis letzt noch nicht gelungen ist, existiert haben. Erst bei dieser Redaction suchte man die nachexilische Geschichte selbstständig auszugestalten, um sie den vorexilischen Geschichtswerken ebenbürtig anzureihen. Zu diesem Zwecke wurde der Schlusstheil der Chronik von derselben losgetrennt und den andern beiden kurzen Werkchen, welche nachexilisehe Ereignisse erzählten, angeschlossen. Am Ende der

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