Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 108 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. IY auch מ och in Neh. I, 3—4; II, 13. 17. 19—20; III, 33—38; IV, 1—17; VI, 1—14 stehen zu lassen? XIX. Warum sah sieh weiter der Chronist genöthigt die Liste der Karawane VII, 6—73; XI, 1—XII, 9 durch die eapp. VIII—X auseinander zu reissen? Hätte er doch die mittleren 3 Capp. ebenso gut hinter die ganze Liste stellen können. XX. Hach Meyer und Anderen, welche die Fort- Setzung der Liste in Neh. XI für eine freie, historisch wertlose Combination des Chronisten ansehen, ist es Unverstandlieh, warum der Chronist diese Ausschmückung der Expedition nicht in sein Hauptmachwerk über die erste Expedition, nämlioh in Esra c. I—IV gesetzt habe? XXL "Was konnte dem Chronisten daran gelegen sein, die weiteren Berichte, über die von Neh. VII, 4. 5 in Angriff genommene Massregel bezüglich der Vermehrung der Bevölkerung Jerusalems, zu unterdrücken? Er hätte ja, wenn er davon nichts berichten wollte, auch die Einleitung dazu in Xeh, VII, 4. 5 einfach weglassen können und müssen. Angesichts dieser grossen Fülle von Unmöglichkeiten bleibt uns nichts übrig, als die bisherigen Versuche, über die Composition unserer Bücher Klarheit zu verschaffen, fallen zu lassen. Vielleicht gelingt es jedoch einer neuen Untersuchung, auf Grund einer unbefangenen Prüfung des Textes zu einem gesicherten Ergebniss zu gelangen. Durch die bisherigen Auseinandersetzungen sind jedoch nicht nur die oben (Seite 100) dargelegten Grundlagen der gangbaren Darstellungen erschüttert worden. Es wird vielmehr auch die allgemeine Annahme von der Identität des Verfassers unserer Bücher mit dem Verfasser der Chronik, nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Denn wenn die beiden Bücher Esra und Xeh. in ihrer Fassung, in der sie uns heute vorliegen, selber nicht das Werk eines einzigen Verfassers sind, so kann selbstverständlich der Chronist nicht der Verfasser beider Bücher, sondern höchstens eines Theiles derselben, sein. Welcher Theil nun den Chronisten zum Verfasser hat, können wir erst dann erfahren, wenn wir über das Wesen und den Charakter der einzelnen Theile zur Klarheit gelangt sind. Es gilt demnach, im Folgenden zunächst unsere eigene Meinung über die Entstehung beider Bücher zu skizzieren und zu begründen.