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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 5 · p. Seite 560

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 5
Article
Autobiographische Aufzeichnungen Zacharias Frankels
Date
1901-01-01
Page
Seite 560 (sequence 3)
Language
German
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560 Autobiographische Aufzeichnungen Zacharias״ Frankels. stellen in Böhmen aus. Sein Gesuch wurde von der Landes« regierung freundlich entgegen genommen, und ihm Ende des Jahres 1831 sein Anstellungsdekret zugefertigt. Im Frühling des J. 1832 trat er seine Stelle zu Teplitz an. Hier war sein vorzüglichstes Ziel auf Hebung des Cultus und des Jugendunterrichts gerichtet; und er hatte sich des Vertrauens der Landesregierung zu erfreuen, die bei mehreren wichtigen Fällen auf jüdisch-theologischem Gebiete sein Gutachten einforderte. — Seine Wirksamkeit zu Teplitz hatte auch die Aufmerksamkeit des Königl. Sächsischen Cultusministeriums auf ihn gezogen. Der K. Sachs. Cultusminister Dr. Müller befragte im J. 1834 F., um seine Ansichten über jüd. Kultus und Religionsunterricht, und F. legte sie in einer ausführlichen Bearbeitung nieder. Als hierauf im J. 1835 der Rabbiner zu Dresden mit Tode abging, erhielt F. nach vor gängiger auf ihm gefallene Wahl der isr. Dresdener Gemeinde, vom K, Sächs, Cultusmini־־ sterium einen Ruf als Obberrabbiner zu Dresden und Leipzig. Vom Ministerium ־wurde damals, um die Berufung zu ermöglichen, ein jährlicher Beitrag von 200 Thln. für den jüdischen Cultus bewilligt, und später von den Kammern genehmigt. — Den Bemühungen F/s gelang es, noch in demselben Jahre die isr. Gemeindeschule zu Dresden zu eröffnen, die sich des Wohlwollens des Cultusministeriums zu jeder Zeit zu erfreuen hatte, und die, auf Vortrag des Cultusminister von Winterheim, der auf dem Landtage 1843 seine Zufriedenheit mit dieser Schule aussprach, seit dem Jahre 1843 einen jährlichen Beitrag von 200 Thlrn. aus der Staatskasse erhält. F. fand bald Gelegenheit auch nach anderen Riehtungen thätig zu sein. Durch den Codex Augustinus war in Sachsen der s. g. Eid more Judaico mit allen seinen, jedes bessere Gefühl empörenden Abnormitäten eingeführt. Das K. Sachs. Jus titzminist erium verlangte im J. 1839 die Meinung F.’s zu vernehmen, ob diese Weise der Eidesleistung eine Aenderung erleiden könnte. F. übergab diesem Ministerium eine ausführliche Abhandlung ״Ueber den Eid nach der jüd. Lehrea, die er mit dessen Bewilligung in einer Schrift ״Die Eidesleistung der Juden in theologischer und historischer Beziehung. Dresden 1840u, veröffentlichte. F. hatte die Genugthuung, dass nicht nur auf dem Landtage zu Dresden 1840 auf diese Monographie eingegangen und der

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