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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 5 · p. Seite 457

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 5
Article
Der "Jude" Aristoteles
Date
1901-01-01
Page
Seite 457 (sequence 5)
Language
German
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Der Jude Aristoteles. 457 auf welchem Wege er in Besitz der wissenschaftlichen Werke Salomos gelangt ist1,). Dass Aristoteles durch einen Juden zum feierlichen Widerruf seiner früheren Lehren veranlasst worden sei, steht in seinem Brief an Alexander, den Gedalja ibn Jachja im Wortlaut mittheilt. Der Jude wird hier aber nicht mit Namen genannt, sondern als חכם מחכמי ישראל bezeichnet. Gleichwohl nennt Isaak Abravanel, indem er einen Brief des Aristoteles citirt (freilich stammt das, was er daraus anführt, aus Klearch) Simon den Gerechten als den Lehrer des Aristoteles2). Aber schon luscato (zu Cusari 2, 66) erinnert, dass der Name Simons darin nicht vorkomme. Diesen Namen glaubte man aber in der pseudoaristotelischen Schrift zu finden, welche durch Abraham ibn Zarzal nach Spanien gekommen war3). Der Autor äussert wiederholend lieh da, wo er seine früheren Irrtümer berichtigt: וזה ממה שהשיבני תשמעוני. Der שמעוני, meinte man, könne kein anderer sein als Simon der Gerechte. Dieselbe Schrift scheint Joseph ben Schemtob im Auge zu haben4), wenn er in der Einleitung seines Commentars zu A1*istoteles> Ethik, der in Paris handschriftlich vorhanden ist5), bemerkt; במצרים נמצא ספר טמנו שב בו ממה שהניח שהעולם קדמון ומשאר הדעות אשר חולק נהם על תורת משה ושהחזירו שמעון הצדיק ז״ל. Es lag ja auch nahe, Simon den Gerechten, welcher der späteren Sage als der grosse Weise zur Zeit Alexanders des Grossen galt, obgleich er eigentlich später lebte, für den Lehrer des Aristoteles auszugeben. Man begnügte sich jedoch nicht damit, Aristoteles zum Adepten jüdischer Weisheit zu stempeln, sondern man ging noch weiter und machte ihn zum Proselyten des Judentums, zum 6כר צדק). Sonderbarerweise ist ein Druckfehler daran ף S. 454, Anm. 3. 2) Das. Anm. 5. s) S. 455, Anm. 3. *) Freilich behauptet Mose A r 0 w a s in einer Randglosse zu der citirten Stelle aus Joseph b. Schemtob’s Kommentar, damit sei Aristoteles’ ״Theologie“ gemeint, die er (Arowas) in Damaskus aufgefunden und übersetzt habe (Munk, Melanges p. 249). Aber aus der ״Theoiogie“ ginge, wenn sie acht wäre, wohl hervor, dass Aristoteles darin eine andere Philosophie lehre als in seinen anderen Werken, nämlich die neuplatonische, jodoch ist darin ganz und gar keine Beziehung auf Juden und Judenthum zu finden. 3) Fonds de l’Oratoire Nr. 121. Vgl. Munk a, a. O. 6) S. 404, Anm. 6.

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