Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Studien über die Beschneidung
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 448 (sequence 16)
- Language
- German
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448 Studien über die Besc2meidung. Alle diese übertragenen Begriffe sind der Beschnei dang entnommen. Die Yorhaut wurde auch stets als etwas angesehen, was die Functionstüchtigkeit des männlichen Geschlechtsorganes wesentlich beeinträchtigt; die Beschneidung hingegen als ein Mittel, diese Unfähigkeit zu beseitigen und die Functionstüchtigkeit herzustellen» Sie macht den Mann ״vollkommen תמים“, sie ist eine Correctur an der Natur, ein 1״תקוך). Nach Hoffmann2) macht die Yorhaut auf verschiedene Art unfruchtbar und untauglich zum geschlechtliehen Yerkehr, während die B. bei den Yölkern, wo sie allgemein geübt wird, grössere Fruchtbarkeit zur Folge hat. Auch nach Philo3) ist die Yorhaut oft Ursache der Unfruchtbarkeit des Mannes und die B. eine geeignete Massregel, um ein Yolk zahlreicher zu machen. In diesem Sinne ist es leicht verstand lieh, dass diejenigen, welche mit einer hypertrophischen Yorhaut behaftet waren als ״unvollkommen“ angesehen wurden und dass andererseits die Beschneidungsoperation als eine Correctur galt. Nach allen diesen Yorausschickungen haben wir nun noch den Nachweis zu erbringen, dass wirklich die B. nach dem Wortlaute der Bibel.sowohl, als auch nach der mündlichen U eb er 1 ie f e run g eine Yr0 raus Setzung für die Entstehung des Judenthums war, dass also nach der Meinung der Schrift ohne die B. das Yolk Israel gar nicht hätte entstehen können. Es ist für nnsere vorliegende Untersuchung ganz gleichgültig, ob derjenige Theil der Genesis, welcher von Abraham handelt, als eine mosaische Urkunde oder als eine Legende oder als eine Yolkssage, wie einige extreme Bibelkritiker wollen, aufzufassen ist. Denn darin herrscht allgemeine Uebereinstimmung, dass Abraham der Stammvater einiger, sögex) Siehe S. 447, Anm. 1. 2) Hoffmann, De causa foecunditatis gentis circmncisae in cireumcisione quaerenda. Leipzig 1739. ״Cum ergo ex superiorioribus constet, quodpraeputium variis modis mares steriles et ad coeundam ineptos leddeie queat. neminem nobis vitio esse versurum confidimus, si populum illum, qui sive religione, sive consuetudine praeputia resecat, foecundiorem et ad propagandum genus bumanum magis aptum idoneumque adpellamus. Pavet buic nostrae sententiae Teichmeyerus (Instit. Med. leg. C. IV), cum dicit, circumcisionem potentiam conjugalem non impedire sed ■eandem potius augere, quod Judaeorum, Turcarum et Persarum confirment conjugia.“ 3) Philo, De circumcisione.