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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 5 · p. Seite 438

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 5
Article
Studien über die Beschneidung
Date
1901-01-01
Page
Seite 438 (sequence 6)
Language
German
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438 Studien über die Besch neidung. Eine Institution, welche von der Tradition so hoch bewerfchet wird, und zu allen Zeiten und in allen Ländern von den Jaden hoch über alle andere Satzungen — das Sabbathgebot mitinbegriffen — gestellt wurde, über deren Bedeutung nie eine Meinungsverschiedenheit weder unter den Gelehrten, noch auch im Yolke bestand, und die bei Pharisäern und Sadducäern, bei den Samaritanern, den Karäern und den Judenchristen das gleiche Ansehen genoss — ein Gebot, dessen Befolgung höher gestellt wurde, als das Leben1 2) und welches trotz der zeitweise aut die Beobachtung derselben gesetzten Todesstrafe streng befolgt wurde, muss als eine Existenzbedingung des Judenthums gegolten haben. Das ist der Standpunkt, von welchem die Beurtheilung dieser Einrichtung auszugehen hat, und es liegt uns demnach ob, zu untersuchen: ob und inwiefern die verschiedenen Erklärungen einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Beschneidung und Judenthum herstellen, und wieso diese, bei den heidnischen Yölkern ־weitverbreitete Sitte gerade innerhalb des Judenthums als Bundeszeichen eine derartige Be״ deutung erlangen konnte, dass sie allen Stürmen der Zeiten zu trotzen vermochte. II: Es würde viel zu weit führen, wollten wir alle bisher aufgetauchten Theorieen über die Beschneidung einer eingehenden.Kritik unterziehen. Wir werden uns vielmehr darauf beschränken das Wichtigste herauszugreifen, und bezüglich der Litteratur auf ein, in jüngster. Zeit erschienenes, aus״ gezeichnetes Sammelwerk hinzuweisen. In einem, 1896 unter Mitwirkung bedeutender Theologen und Aerzte von A. Glassberg herausgegebenen, umfassenden Werke über die Beschneidung^) ist bereits ״die Fülle des vorhandenen Materials kritisch gesichtet und sind die Lücken ergänzt, welche die fortschreitende historische Erkenntnis in fast allen älteren Werken wahrnimmta und ״die Gesammtheit der, die Anatomie, Geschichte und den Ritus der Beschneidüng angehenden Momente vereint3״). *) I. Machabt). I., 51—66. Mach. VI, 10. 2) Die Beschneidung etc. etc. herausgegehen von A. Glassberg, Berlin 1896. 3) Glassberg, Einleitung.

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