Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 331

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Anlage des Jad Hachasaka
Date
1901-01-01
Page
Seite 331 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829753-2829757-2883328--30797-2883482
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Anlage des Jad Hachasaka. B31 einander und räumt dem praktischen Theile den ersten Platz ein. Hätte nun M. sich nach der Anordnung der Mischna . gerichtet, so wäre dieses Verfahren unmöglich gewesen. Einige Beispiele mögen dies beleuchten. Traktat Pessachim behandelt die Halacha von מצה ,חמץ und קרבן פסח. M. konnte nach seinem Plane diese Materien nicht zu־ sammen behandeln. Er verlegte daher den praktischen Theil in das ספר זמנ״ם unter dem Titel: ה׳ חמץ ומצה, den theoretischen Theil in das ספר קרבנו ת unter dem Titel: ה׳ סרבן פסח. — Die Mischna des Traktats Joma behandelt den Dienst des Hohenpriesters; die Opfer des Tages, das Kasteiungsgebot und was damit zusammenhängt. M. weist den ersten beiden Materien, welche theoretischer Natur sind, einen Platz im ספר עבודה unter dem Titel: ה׳ עבודת יום הכפורים an, das Fastengebot hingegen wird von ihm im ספר זמנים unter dem Titel : ה׳ שביתת עשור besprochen. — Der Inhalt des Traktats Niddah wird, insofern er דיני נדה ויולדת betrifft, die noch jetzt ihre Geltung haben, in ספר קדושה unter dem Titel: 71 איסורי ביאה, die nicht mehr anzuwendenden Verordnungen, wie מטמא במגע ובמשא משכב ומושב u. s. w. in ספר טהרה unter dem Titel: ה, משכב ומושב behandelt1). Aus demselben Grunde konnte M. auch die Reihen־ folge der biblischen Gebote nicht zum Leitfaden nehmen, da hier die Unterscheidung zwischen praktischen und theoreti־ sehen Gesetzen natürlich nicht gemacht wird. Ausserdem sind die Gebote desselben genus im Pentateuch an verschiedenen Stellen zerstreut, so dass sie — in ihrer daselbst vorliegenden Reihenfolge als Leitfaden genommen — jedes systematische Verfahren von vorne herein ausschliessen, abgesehen dal) Diese Scheidung des Poetischen vom Theoretischen vermochte M. nicht überall streng durchzuführen. Manche Halachoth haben einen viel zu geringen Umfang, als dass sie ein selbstständiges Ganzes hätten bilden können, sie mussten daher einer der Materie nach homogenen Gruppe, — ohne Rücksicht auf die Praxis — angeschlossen werden. So wird das Verbot. שלא ליהנות בשור הנסקל in הי מאכלות אסורות Y neben dem Verbote שלא לאכול נבילה, das Gebot des ספירת העומר neben der Halacha von קצירת העומר in [ה׳ תמידי! ומוספי behandelt, die Pflichten der Linder gegen Eltern in ד., ממרים (das sonst nur Theorie enthält) auseinandergesetzt, denen sich ganz passend die Halacha über ב] פורר ומורה anschiiesst. — Noch mehr als im Einzelnen, macht sich die Fusion mancher Partien des Praktischen und Theoretischen im Grossen iu der Anlage der Bücher bemerkbar, wie später nachgewiesen werden wird.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.