Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Anlage des Jad Hachasaka
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 6)
- Language
- German
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Anlage des Jad Hacliasaka. 327 die neuen Normen, die er, an das im Talmud Gegebene anknüpfend, selbstständig ableitete, als solche gekennzeichnet durch Vorsetzung der Worte ראה לי oder 1ונראה לי). Wo diese Worte nicht angegeben sind, da hat M. immer aus einer fremden Quelle geschöpft, selbst wenn wir sie nicht aufzuhnden vermögen2). Der Jad Hachasaka ist in neuhebräischer Sprache abgetasst. Die Sprache der Bibel schien Maimuni — wie er selber auseinandersetzt3) — zur Darstellung der hak Materien nicht ausreichend, der talmudische Dialekt hingegen nicht Allen geläufig genug; und viele in demselben vorkommende Fremdwörter sind selbst für den Kundigen unverständlich. Daher wählte er das Neuhebräische, die Sprache der Mischna, deren Kenntnis er bei den Meisten voraussetzen durfte. M. zeigt aber auch eine seltene Meisterschaft in der Handhabung dieser Sprache. Wahrhaft künstlerisch ist die Prägnanz seiner Darstellung, da er auch hierin bemüht ist, den Anforderungen eines Codex gerecht zu werden. Schon durch die Wahl des Ausdruckes, durch die Construction des Satzes weiss M.. oft eine ganze Halacha anzudeuten. Darum kann der volle Sinn der Maimuni’sehen Sätze, so leicht und fasslich sie auch auf den ersten Blick erscheinen, erst durch tieferes Eingehen auf dieselben und namentlich durch vorausgegangenes Quellenstudium erfasst werden. Dem Wortlaute der Mischna schliesst sich M. in der Regel so treu an, dass die Commentatoren bei jeder Veränderung des Mischnatextes nach der Ursache derselben forschen. Bei näherer Betrachtung findet man in der That, dass diese Abweichung vom Wortlaute der Mischna keine zufällige, vielmehr eine wohlberechnete sei, derenMotiv nichtaus dem Texte der Mischna, sondern oft erst aus weitläufigen Discussionen des Talmud erhellt4), Ebenso pflegt M. durch *) Vgl. דד אישות IV, 19. Vll, 16. ה׳ מאכלות אסורות III,־7 ״ ה׳ מכירה sm, 11. ה׳ כלאים I. 14 u. A. m. 2) So die Halacha, dass ein Pilegesch einem Privatmanne nicht gestattet sei ה׳ מלכים IV, 4; vgl. Frankel’s Grundlinien des mos. talm. Eherechts S. 8, Anm. 9. 3) Einleitung zum ספר המצות. 4) Bie Mischna ChuJiin 59a lautet: ואלו הן קשקשי] הקבוע ין בו. Im J. H. ה׳ מאכלות אסורות heisst es: וקשקשת היא ה ד ב ו מ ה בכל גופו. M. wollte andeuten, dass eine קשקשת sich von der Haut des Fisches ablösen lassen müsse; ist sie aber mit derselben unzertrennlich verbunden, so kann sie nicht als קשקשת im biblischen Sinne betrachtet werden. Darum wählte