Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Gelehrten von Cäsarea
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 3)
- Language
- German
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300 Die Gelehrten von Caesafea ([רבנן לקיסרי)♦ Märtyrer genannt wird (Echa r. zu 2, 2). — Neben Jehuda dem Bäcker ist einmal als Mitautor eines halachischen Satzes Jose b. Jasjan genannt (Tos. Menachoth I, 15, 51324.= b. Menach, 6b, wo יוסי p gestrichen werden muss, s. Dikd. Sofrim XV, 14), Ich vermuthe, dass dieser Jose— des« sen Vatername יאסיין, auch יאסיאן geschrieben, zuweilen corrumpirt ist, — in Caesarea wohnte und vielleicht ein Schüler Jehudä’s des Bäckers war, in dem genannten, ihnen gemeinsam zugeschriebenen Halachasatze also als Tradent des Ausspruches Jehuda’s des Bäckers betrachtet werden kann. Ein seinen Namen tragender Halachasatz (Aboda zara 42a: מצא צורת דרהון) weist auf die heidnische Bevölkerung seines Wohnortes hin. Eine Anekdote, in welcher Jose b. Jasjan zu Schiffe aus Tarsus kömmt und — wohl in Caesarea — an’s Land steigt, zeigt ihn als berufenen Gesetzeslehrer (Koheleth rabba zu 7, 11; j. Berach. 6c59, wo יאסיאן zu יוסי geworden ist, Frankel, Mebo 102a, identihcirt den Helden dieser Anekdote mit dem im Namen Jochanans tradirenden Amora Jose b. Jose). Von Jose b. Jasjan erzählte man auch Beispiele witziger Ausdrucksweise, zugleich mit einem ähnlichen Beispiele der Ausdrucksweise des Caesareensers Abahu (Erubin 58b). Höchst wahrscheinlich ist auch Jose b. Assi, in dessen Namen die Mechiltha zu Exod. 19, 13 (63b ed. Friedmanh) einen agadisehen Ausspruch mittheilt, kein anderer als unser Jose (s. Agada der Tannaiten II, 558). Dass er in der nachh adri anischen Zeit als Gesetzeslehrer in Caesarea lebte, darf vielleicht auch aus folgendem Berichte Simon b. Gamliels geschlossen werden: ״Einmal hatte ich Augenschmerzen in Caesarea; und es erlaubte mir R. Jose, dass ich nebst meinen Dienern ausserhalb der Laubhütte schlafe״. (Tos. Sukka II, 2, 19318; j. Sukka 53a19, b. Sukka 26a). Das Epitheton, welches in diesem Berichte R. Jose gegeben wird, nämlich בירבי) ברבי), soll ihn nach'.Rase hi (zu Sukka 26a) als den Sohn R. Chalaf״ thas, der selbst ein ausgezeichneter Gelehrter war, bezeichnen (vgl. auch Chullin 137a unt.). Aber es darf vielleicht angenommen werden, dass hier nicht der bekannte Schüler Akiba’s gemeint ist, sondern dass es Jose b. Jasjan war, der während des Aufenthaltes des augenleidenden S. b. Gamliel in Caesarea Gelegenheit hatte, die erwähnte Ent- Scheidung abzugeben. Noch ein anderes Mal berichtet der-