Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Gelehrten von Cäsarea
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gelehrten von Caesarea ([יבנן הקיסרי)« 299 stammend gekennzeichnet, ebenso wie man manches ans den babylonis ch en Lehrhäusern Überkommene schlechtweg den ״dortigen Gelehrtenדבק דתמן) ״) zuschrieb. Unser verewigter Lehrer, Zacharias Frankel, dessen gesegneten! Andenken dieses Heft der von ihm begründeten Zeitschrift geweiht• ist, hat in seiner Einleitung zum jerusalemischen Talmud auch den ״Gelehrten von Caesarea״ einen kurzen Paragraphen gewidmet (Mebo S. 123a, vgl. 53). Diesen Paragraphen zu ergänzen und gleichzeitig einen Überblick der zum Lehrhause von Caesarea gehörigen und mit Namen bekannten Amoräer Palästina’s zu bieten, ist der Zweck folgender Ausführungen. Von Gelehrten Caesarea’s aus älterer Zeit weiss die tannaitische Überlieferung nichts zu berichten. Die rituelle Qualität der Stadt ist Gegenstand mehrerer halachischer Aussprüche und Zeugnisse, über welche jüngst Büchler eingehend gehandelt hat (s. Jewish Quarterly Review XIII, 684 ff.). Charakteristisch für die vorzugsweise von Heiden und auch von heidnisch gesinnten Juden bewohnte Stadt ist die in Tosefta Chullin II, 13 (50233 ed. Zuckermandl) — ebenso b. Chulin 39b — erwähnte Frage. Unter den Gelehrten, denen die Frage vorgelegt wird (ובאו ושאלו את חכמים}, sind sicherlich nicht in Caesarea ansassige Gesetzeslehrer zu verstehen. —; Eines der haiacht־ sehen Zeugnisse über Caesarea hat Jehuda den Bä cker zum Urheber (העיד יהודה הנחתום), Tos. Ahiloth XVIII, 13 (61710). Dieser Tannait (vgl. Baba Bathra 132a) kann, wie Büchler (a. a. O. S. 686) annimmt, Caesareenser gewesen sein; selbst sein unter den Gesetzeslehrern alleinstehen־ des Epitheton darf als Argument dafür dienen. Denn die Bäckerei als Gewerbe blühte besonders in Caesarea, wie man aus jener Anekdote ersehen kann, die Chanina b. Abahu, selbst ein Caesareenser, zur Kennzeichnung des ehemaligen Wohlstandes erzählt und in welcher eine Frau in Caesarea ihren Sohn zu einem Bäcker in die Lehre bringt und den Bescheid erhält, ihr Sohn möge sieben 'Jahre bei ihm ausharren, dann wolle er ihn fünfhundert Arten Weizengebäckes lehren (Echa rabb, zu 3, 17; vgl. Koh. r. zu 1, 8). Einer der bekannten Bäcker von Caesarea mag auch Jehuda ha-Nachtöm gewesen sein. Wir wissen, dass er den hadrianischen Verfolgungen zum Opfer fiel (j. Chagiga 77a70) und darum auch in einer Liste der Zehn