Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Ehe im biblischen Alterthum
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 11)
- Language
- German
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2S0 Die ■־Ehe im biblischen Alterthum. überflüssig, wenn sie uns nicht etwas sehr Wichtiges sagen wollen. Es heisst aber nicht א^ר ללוהה לאשה analog •döm כי יקח איש" אשה ובעלה (V. 1),;söndbrn .איטר לסחה לו לאשר,. Ürid damit ist deutlich ausgespröbHbn, dass die Scheidung nur dort als möglich vorausgesetzt wird, wo der Mann von Sinnlichkeit getrieben ein Weib nimmt; dort hingegen, wo der Mann von Liebe erfüllt, sich ein Weib niham t, wo die Ehe also für’s ganze Leben geschlossen wird, dort erscheint die Scheidung als ausgeschlossen, dort kann die Frau nur durch den Tod des Mannes wieder frei werden. Die Frau, welche einen andern Gatten gehabt, kann zu dem ersten auch dann nicht zurückkehren, wenn er jetzt eine unlösbare Ehe mit ihr zu schliessen gewillt ist לא1) יוכל בעלה הראשון אשר שלחה לשובלמחו/ה להיות לו לאשה. Wir sind demnach nicht allein berechtigt, sondern geradezu behrüssigt, innerhalb der legitimen Ehen einen Unterschied zwischen lösbaren und unlösbaren anzunehmen. So verschwindet der Widerspruch zwischen den Reden der Propheten und den Gesetzesbestimmungen der Thorah 5 so verstehen wir aber auch vollkommen die von den Schammaiten festgehaltene Tradition, nach welcher der Gatte nur der sittlich gesunkenen Frau den Scheidebrief zustellen kann. Gebieten konnte und wollte die Thorah nicht, dass der Mann eine unlösbare Ehe eingehe, denn man kann eben nicht auf Befehl lieben. Deshalb heisst es bei dem Hohenpriester Lev. 21, 13. 14 והוא אשה בבתוליה יקה אלמנה וגרושה וחללה זונה את אלה לא יקה כי אם בתולה מעמיו יקה אשד,, und ebenso bei den gewöhnlichen Priestern (ibid, V. 7) 2אשה זונה וחללה לא יקהו לאשה גרושה מאישה לא ימחו)♦ Nur in einem einzigen Falle bezeichnet es die Thorah als wünschenswerth, dass die Eheschliessung eine unlösbare sei, nämlich bei der Leviratsehe, denn sie sagt Deut. 25, 5 יבמה יבא עליה ולקחה לו ל אש ה ויבמה; dass der Levir jedoch seiner Pflicht Genüge leistet, wenn er bloss eine lösbare Ehe mit der kinderlosen Schwägerin schliesst, geht aus den Worten לא חפצתי לקחתה (ibid. v. 8) deutlich genug hervor. Dass die mit einem Kebsweibe geschlossene Ehe 1j Vgl. Nachmanides, in seinem Comrnentar z. St. 2) EzeeMel fasst das Verbot noch strengei ן selbst aus Liebe darf der Priester eine verbotene Ehe nicht ein gehen. Vgl. 44, 16 ואלמנה וגרושה ל א י ק ח ו להם לנשים והאלמנה אשר תהיי אלמנה מכהן י ק ה ד.