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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 291

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Die Ehe im biblischen Alterthum
Date
1901-01-01
Page
Seite 291 (sequence 12)
Language
German
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Die Ehe im biblischen Älterfchum. 291 eine lösbare1) war, ist selbstverständlich und überdies auch durch das Verhalten des Patriarchen bezeugt2). Die Mischehe mit einer Heidin, konnte, auch wenn sie als unlösbare geschlossen wurde, wie uns Deut. 20, 10—14 belehrt, nachträglich aufgehoben werden3). Auf welche Weise die unlösbaren Ehen im Gegensatz zu den lösbaren geschlossen wurden, vermögen wir umsoweniger anzugeben, als wir über die Eheschliessung im biblischem Alterthum überhaupt Nichts wissen. Der durch die wirkliche Monogamie bedingte Fortschritt, als dessen Anhänger die Hilleliten auftreten, hat die unlösbare Eheschliessung allmälig ganz verdrängt. Sie hatte nur solange eine Berechtigung, als der Mann, ohne für unsittlieh gehalten zu werden, in der einen oder andern Form polygamisch leben konnte. Aussee, den 2. August 1901. b Umso auffallender erscheint es uns, dass 63 Jud. 19, 1 heisst ויקד! לו אשד. פלגש; aber dieser Ausdruck ist mit geflissentlicher Absicht gewählt, um den sittlichen Verfall während der Richterzeit mit einigen kurzen Strichen zu zeichnen. Ein Levite ist es, der mit einem Kehsweibe eine u nlösbare Ehe schliest und diese Ehe auch dann nicht für gelöst ansieht, nach dem die Frau sie gebrochen; ja die Frau ist noch immer besser als ihr Mann, denn sie verlässt im Bewusstsein, dass länger ihres Bleibens nicht ist, das Haus des Mannes, er aber hängt an dieser Buhlerin so fest, dass er ihr nachläuft, um sie zurückzuholen. Ueber den Unterschied zwischen פלגשים und נשים im engem Sinne vgl. Jer. Ket. 5, 2 und b. Synhedr. 21a; dass פלגש auch ,אשד genannt wird, geht aus Gen. 25. 1 und I Chr. 1, 41, Gen. 16, 3. 25,6, und Gen. 30, und 435, 12 unzweideutig hervor. 2) Vgl. Gen. 21, 10—14 und ganz besonders die Targumim zu וישלוזד, ferner Nachmanides zu Deut. 25,14 י. 3) Die Worte וחשקת בד ולקהת לך ל א ש ד lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass hier nicht von einer vorübergehenden sinnlichen Aufwallung, sondern von einer tiefen Neigung die ltede ist, der Mann will das Weib für immer an sich fesseln, aber er wird es bald erfahren, dass sie nicht für einander passen; eben deshalb muss ihm die Möglichkeit geboten werden, die Ehe wieder zu lösen. ודיי אם לא חפצת בד ושלחתד לנפשד וכוי♦ Vgl. Nachmanides h c.

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