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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 273

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Frankels Einleitung in die Mischna
Date
1901-01-01
Page
Seite 273 (sequence 12)
Language
German
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Frankels Einleitung in die Mischna. 273 nächst die dankbaren Jünger, die sich ihrem Meister ob des trefflichen Lehrbuches besonders verpflichtet fühlten. Dann waren es namentlich Frankels Freunde und Anhänger in seiner Heimat und in seinem früheren Wirkungskreise Prag und Dresden, so Beer, Landau, Rapoport, Kämpf. Dr. Beer schrieb bald nach dem Erscheinen des Werkes (Ende No״ vember 1859) eine eingehende Würdigung des Buches, die mit folgenden Worten schliesst: ״Wir können von diesem gediegenen Werke nicht scheiden, ohne den dringenden Wunsch auszusprechen, der Herr Yerfasser möge sich imstände fühlen, die folgenden Bände recht bald der Oeffent־ lichkeit zu übergeben. Jeder Unbefangene muss es eiliger stehen, dass die Anregung zu wissenschaftlicher Erforschung der Ueberreste des jüdischen Alterthums durch solche gründliehe Arbeiten sehr gefordert wird.“ (Z, D. M. G. Band 14, Seite 323 bis 333.) Dagegen hat Frankels wissenschaftliche Leistung die äusserste Linke und Hechte nicht befriedigt. Die radiealen Reformer, mit denen Frankel seit seinem mannhaften Auf״ treten in der Frankfurter Rabbinerversammlung gebrochen hatte, waren ihm noch jetzt gram, wie z. B. auch Stern in seiner ״neueren Geschichte der Juden" (1857) Frankel als conservativ-hierarcbisch-clerical bezeichnete. Ihnen mögen seine Aeusserungen noch nicht scharf und radical genug gewesen sein. Doch traten sie im allgemeinen nicht gegen ihn auf; sie hüllten sich vielmehr meist in Stillschweigen. Namentlich scheint diese Enthaltsamkeit im Urtheil bei Geiger Absicht gewesen zu sein. Er begnügte sich die Polemik zwischen seinen beiden Gegnern Hirsch und Frankel mit Genugthuung ruhig zu beobachten. Die bedeutsamsten Folgen hatte das Buch für Frankels Stellung zu den Ultracoaservativen. Diese hatten ihn schon lange u, z. schon seit 1854 mit argwöhnischem Blicke betrachtet. So schreibt Hirsch: ״Die Grundsätze des Herrn. Dr. Frankel waren uns inbesondere, seitdem er der Aufforderung hei Eröffnung des Seminars seine Principien darzulegen nur mit einem beredten Schweigen begegnete, wohl bekannt." (Jeschurum 1861.) Und jetzt als dieses Lehrbuch erschienen war, das gleichsam für die Anstalt massgebend werden sollte, waren sie über Frankels Ansichten, die ihnen als allzufreie Meinungsäusserungen erschienen, ungemein erregt. Ihnen, den blinden Autoritätsgläubigen, galt die Lehre Monatsschrift, 45. Jahrgang. 1g

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