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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 272

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Frankels Einleitung in die Mischna
Date
1901-01-01
Page
Seite 272 (sequence 11)
Language
German
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272 E]1ankels Einleitung in die Misclma. praktische Ziel, sagt Schorr, habe er bei seiner Forschung im Auge. Frankel dagegen huldigt, wie alle besonnenen Forscher der Ansicht, dass man die esoterischen Erzeugnisse des Geistes nicht allzurasch in populäre Münze Umtauschen, dass man die edle Waare der religiösen Forschung nicht sofort auf öffentlichem Markte feilbieten darf, dass man nicht auf Grund subjectiver Ansichten das Gewordene und Gegebene ohne weiteres umgestalten kann. — Anders denken, selbstständig in der Wissenschaft forschen, ist jedem gestattet, geboten; in religiösen Dingen aber anders zu handeln, dafür, das zu bestimmen, ist ganz Israel das Tribunal, und was im Volksleben die Form einer zu erhaltenden Satzung an genommen hat, das ist historisch verbrieft, das ist heilig; da muss man sieh wohl überlegen, bevor man Hand anlegt. — Auch hierin ist der grosse Maimonides sein Vorbild. Bei der Beschreibung seines Mischnacommentars sagt er : ״Maimonides schlug in seinem Mischnacommentar einen doppelten Weg ein. Zunächst sucht er eine, oft von der Gemara abweichende, ihm richtig scheinende Erklärung der Mischna für sich zu geben, dann aber fixirte er stricte nach der araoräischen Auffassung und Bestimmung das Gesetz, die "Verordnung, weil Israel namentlich die TIalacha nach babylonisch-amoräischem Commentar bestimmt wissen wollte, ohne davon zu weichen rechts oder links. “ — Eine Fülle trefflicher Bemerkungen, das Ergebnis tiefer Forschung und aufmerksamer Beobachtung enthalten namentlieh noch Cap. II. über Leben und Lehre der Tarmaim und Cap. IV. über die Prinzipien der Mischna. Doch müssen wir uns versagen darauf einzugehen. Durch eigene Lectüre kann man diesen edlen Gehalt am besten würdigen. Wir wollen jetzt abschliessend noch einiges über die Bedeutung des Buches Darkha ha-Mischna bemerken, III. Die Bedeutung des Buches liegt in dem Eindruck, den es seinerzeit hervorgerufen, und in dem Einfluss, den es in der Folgezeit auf die Misehnaforschung ansgeübt hat. Den wärmsten Empfang bereitete dem Werke die gemässigte Fortschrittspartei, die sogenannte historische Schule, an deren Spitze eben Frankel stand. Zu derselben gehörten zu-

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