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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 269

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Frankels Einleitung in die Mischna
Date
1901-01-01
Page
Seite 269 (sequence 8)
Language
German
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Frankels* Einleitung in die Mischna. * 269 arbeitete. Zugleich hat Rabbi, nach gründlicher Berathung mit seinen Beisitzern in den einzelnen abweichenden Meinungen die Entscheidung getroffen, indem er die von ihm anerkannte Ansicht als unbestritten, סתם, oder als den Ausspruch der Majorität; חכמים, hinstellte. Rabbis Zeitgenossen, die ihn überlebt batten, wie Bar Kappara, R. Levi u. A. haben noch die Aussprüche und Ansichten Rabbis in die Mischna herein gebracht.— Die Analyse, d. i. die Sonderung der alteren und jüngeren Bestandteile der Mischna, bedarf nach Frankel der gründlichsten Forschung; ebenso schwierig aber nothwendig sei die Synthese, d. i. die Zusammenfassung der Lehren einzelner Tannaim zu einem systematischen Ganzen. 4+ Was sagt Frankel bezüglich der Textkritik der Mischna? Der Text, so meint er, bedarf sowohl hinsichtlich der Kamen, die oft durch Abschreiber ver״ unstaltet und ,vertauscht wurden, als auch sonst in Bezug auf die mannichfachen Relationen einer kritischen Bearbeitung. Betreffs der Kamen könne man, wenn man den Zusammenhang und die Eigentümlichkeit der Aussprüche prüfend beachtet, häufig das Richtige finden, zum Text im Allgemeinen seien die verschiedenen abweichenden nnd unabhängigen Recensionen zu vergleichen. Als solche gelten die Mischna zu den alten babylonischen Gemaraausgaben, die jerusalemische Mischna, die gesonderten (d. hu ohne Gernara zusammengestellten) Mischnasammlungen, die Mischna des Alfassi und schliesslich Citate in den Gemaren und sogar noch in späteren mittelalterlichen Werken. Frankel selbst hat nach diesen Gesichtspunkten die erste Mischna- Ordnung, Seralm, verglichen. Doch ist sich Frankel wohl bewusst, dass zur Herstellung eines richtigen Mischnatextes nicht nur die blosse Kenntniss der Grundsätze philologisch־ historischer Kritik, sondern namentlich eine bis ins Einzeln e gebende gründliche Kenntniss der gesammten talmudischen Litteratur gehört. An die Spitze eines Artikels in der Monatsschrift 1861 stellt er daher folgenden ebenso wahren als klaren Satz: ״Das Studium des Talmuds muss von innen heraus betrieben werden; Lexika und Einleituugen vermögen nicht Yerständniss zu bringen; die Gedankenwelt des Talmuds will durch sich selbst erfasst und interpretiert sein“. 5. Wie denkt Frankel über die schriftliche

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