Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankels Einleitung in die Mischna
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 7)
- Language
- German
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268 Frankels Einleitung in die Mischna. und hält; gleich der Sonne spendet sie wärmendes Licht, wie ein Quell labt ihr erfrischender Trank.“ — ״Der er־ habene und edle Gehalt der Mischna,Ä so sagt er weiter, ״hat mich seit meinen Jugendtagen begeistert; doch eines schien mir anfangs die Mischna zu ermangeln: der Ordnung und des Zusammenhanges. Und es verging eine länge Zeit, ich war reifer geworden und tiefer eingedrungen in die Geheimnisse dieses Werkes. Da hat Gott mein Auge erleuchtet und frohlockend sprach meine Seele: Siehe! Die Mischna ist ja wahrlich ein Kunstwerk auch in der Form, ein h e 1 1 1 e u c h t e n d e r Stern a in Fi r m am e n t der Weltlitt;eratur! Hein! Die Mischna ist nicht ziellos und systemlos entstanden. Wie könnten wir uns auch nur denken, bei einem Werke, von dessen erhabener Bedeutung Autor und Publikum erfüllt waren, bei einer Schrift, die bestimmt war die Schätze der Tradition nun der Oeffentlichkeit in der besten Weise vorzuführen, bei einem Gesetzbuche, dessen Bestimmungen auswendig gelernt und gekannt werden mussten; konnte dies ohne System geschehen? Wenn uns auch nicht alle Grundsätze Idar sind,, nach denen die Mischnah angelegt ist; wenn der Meister selbst uns keinen Entwurf und keine Skizzen hinterlassen hat; — vertieft Euch in den Bau, so erfasset Ihr den Plan; das forschende Auge wird die kunstvolle Harmonie bewundernd erkennen.“ 3. Was lehrt Frankel über die Entstehung und Zusammensetzung der Mischna? Die Bestimmungen und Schriftableitungen der Soferim und älteren Tannaim (so heisst es im Cap. III.) wurden eine Zeitlang in der Reihenfolge, wie man sie eben gehört hatte, überliefert; höchstens waren die Aussprüche einer Person, eines Lehrers zusam mengegehen, so dass die Ordnung vielleicht wohl eine historische aber keine sachliche war, R. Akiba war wahrscheinlich der erste, der den traditionellen Stoff inh alt lieh gruppierte. Seiner Mischnaordnung gehören namentlich die soferischen ITalachas, dann die Controversen der Hilleliten und Schammaiten und einiges von seinen Lehrern R. Elieser und R. Josua an. Mit dieser Sammlung vereinigte dann R. Meir die Discussionen des akibäischen Zeitalters. R. Jehuda ha-Nassi (Rabbi) vervollständigte den Bau, indem er noch die Halacbas aus den Lehrhäusern des R. Meir, R. Jehuda und anderer Schüler Akibas hinein-