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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Frankels Einleitung in die Mischna
Date
1901-01-01
Page
Seite 267 (sequence 6)
Language
German
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Frankels Einleitung in die Mischna. 267 Gedanken ausgeführt werden, die theils eine Stellungnahme zu den eingangs angedeuteten talmudischen Zeitfragen enthalten, theils für die spätere und gegenwärtige Mischnaforschung, als besonders fruchtbare Ideen sich erwiesen haben. 1. Wie erklärt Frankel die Entstehung der Halacha? Fach seiner Meinung (Cap. I.) ist der Begriff תורה שבעל פה nicht, wie die vulgäre Traditionslehre ohne Weiteres annimmt, wörtlich in dem Sinne zu verstehen, dass die mündliche Lehre, die g e s a m m t e Tradition, bereits von . Moses vollständig ausgebildet und überlieiert und seit damals fortgepflanzt, mitunter zum Theil vergessen und dann durch göttlichen Einfluss erneuert wurde; vielmehr ist die Gestaltung der Paradosis, der Ueberlieferung, allmählich in der Zeit, namentlich in der soferischen Epoche, aber auch noch später geschehen. Die Halacha trat nicht immer als Form vor der Praxis auf, sie ist vielmehr zum grossen Theil ein Product derselben. Selbst an den Stellen, wo der Talmud sagt, diese oder jene Be- Stimmung sei הלכה למשה מסיני könne man dies nach einer rationellen Erklärung des berühmten Rabbenu Ascher b, Jechiel so auffassen, dass ein traditionelles Gebot aus älterer Zeit, wenn man es auch nicht aus der Schrift be״ gründen kaun, doch durch die Ueberlieferung und den Usus genügend gesichert ist. Die Tradition ist hiernach grösstentheils entstanden, geworden und zwar theils durch zeitgemässe Ver- Ordnungen, die sich alsdann für immer eiabürgerten, theils durch besonnene Schriftauslegung. Auf breiterer Basis fand der Ausbau der Halacha statt mit Hilfe dei Deutungsregeln, מרות, die nach und nach geschaffen, aufgestellt und gruppiert worden sind. Kurz der traditionelle Stoff und die Auslegungsweise sind nicht unmittelbar sinaitisch, sie sind nicht sogleich in der mündlichen Lehre gegeben worden, sie haben vielmehr eine historische Entwickelung durchgemacht, 2. Was sagt Frankel über den Werth de Mischna in Bezug auf Inhalt und Form ״Die Mischna“, so heisst es bei ihm, ״ist das ewig werth1* volle Erbe unserer Ahnen, sie ist der feste, sichere Grün d bau für unser gesammtes Religionsgebäude, sie ist de mächtige Anker, der das ganze traditionelle Gesetz t räg

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