Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankels Einleitung in die Mischna
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 4)
- Language
- German
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Frankels Einleitung in die Miselma. 265 Bilder von Zeiten und Personen, bald gibt er mit logischer Präcision Begriffsbestimmungen und Unterscheidungen. Und über dem Ganzen weht ein Odem belebender Frische und leuchtet wolkenlose Klarheit. Warum er sich entschloss, gerade dieses grössere Buch schliesslich 11 e b r ä i 8 c h1) zu schreiben? Folgender Gedankengang war wohl dafür bei ihm Aussphlag gebend : Die früheren Werke: über die Eidesleistung der Juden, den gerichtlichen Beweis, die Septuagintastudien, die Alexandrinischen Forschungen waren zum grossen Theil für das nichtjüdische, des Hebräischen unkundige Publikum berechnet. Diese talmudische Specialforschung dagegen konnten in erster Linie diejenigen Gelehrten würdigen und beachten, die häufig ri u r der hebräischen Sprache mächtig, dafür aber in dieser ׳wie auf talmudischem Gebiete trefflich bewandert waren. Ferner leitete ihn dabei auch das richtige Gelühl, dass t a 1 m udische Stoffe am besten in talmudische r Sprache zu bearbeiten sind, weil manche technische Ansdrücke und Wendungen sich kaum übertragen lassen. Schliesslich hatte der Meister dabei wohl noch einen weiteren, pädagogischen Zweck im Auge. Das Werk war, wie aus dem Vorworte unmittelbar hervorgeht, zunächst als Lehrbuch für die Hörer des jüdisch-theoh Seminars verfasst worden, und Frankel, der unter den Kenntnissen und Fähigkeiten seiner Jünger die Kenntnis dar hebräischen Sprache für ganz unentbehrlich hielt, trug das Seinige bei, um solche zu fördern. Zur Form möge man noch beachten, dass das erschienene Buch דרכי המשנה nur ein Theil, nämlich der erste eines auf drei Bände berechneten Werkes ist. Der erschienene Theil heisst eigentlich für sich Introductio in Mi sehn am (פתיחה למשנה). Wie es im Vorworte heisst, sollte der zweite Band das System der Quellenscheidung und die Textkritik der Mischna ausführlich besprechen, der dritte Band sollte eine Einleitung bilden in die Tosefta und in die sogenannten halachischen Midraschim: Mechilta, Sifra, Sifre. Doch konnte der Meister das Kunstwerk nach seinem grossartigen Entwürfe nicht vollständig ausführen, weil er sich bald anderen wichtigen Aufgaben zuwenden ג) Es ist bekannt, dass er zuerst daran dachte, auch die Einleitung in die Mischnah in deutscher Sprache erscheinen zu lassen.