Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Z. Frankel's Verdienste um die Septuagintaforschung
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 7)
- Language
- German
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Z. Frankels Verdienste um die Septuagintaforseliung. 259 in die Zeit des letzten Ptolmäers hinabrückt1), mag zu den etwas zu phantasievollen Geschichtsconstructionen gezählt werden. Frankel macht, zumal bei seiner sonstigen Methode, dem etwas zu starken Systematisiren, darin keine Ausnahme ־von den Historikern unserer Zeit — das aber ist bleibendes Resultat, dass die üebersetzung von Deuteron. nur einer spätem Zeit angehören kann. In der heute brennendsten Frage der Septuaginta- Forschung, wie der ursprüngliche, echte Text der Sept., die zoivyj wiederherzustellen sei, sofern dies bei den bekannten Schwierigkeiten, die sich der Lösung dieser Frage entgegenstellen, überhaupt jemals möglich sein wird, nimmt Frankel wiederum einen eigentbümlichen Standpunkt ein. Er vertritt die Ansicht, dass die Codd♦ und alles Collationiren von Lesarten nur sehr untergeordnete Hilfsquellen sind, dass man sich mehr Heil für die Septuaginta, für Herstellung des echten Textes, vom Eindringen in den Text, den hebr. sowohl wie in den der Septuaginta, wie er uns einmal vorliegt, die Auffassungsweise und Ausdrucksweise des griechischen Vertenten zu versprechen habe. Man wird dem Lagarde’s kerniges Wort für Textkritik überhaupt entgegenzuhalten haben, dass die eigentliche Arbeit der Textkritik allerdings erst da anfängt, wo die der <xvvtßaAXovTsg, der Kärrner, aufhört, wie das Lagarde treffend bezeichnet, Baumeister aber doch die Kärrner brauchen. Es hat sich das auch an Frankel gerächt. Man sehe nur, was er ״Ueber den Einfl. § 18 bei der griech. Üebersetzung von Ex. 21, 8 dem griech. Sprachgebrauch für Ungeheuerlichkeiten aufgebürdet, indem er das depon. daselbst in passiver Bedeutung ge־* nommen, er übers. : die ihm angelobt wurde, eben weil er den kritischen Apparat nicht gehabt, den wir heute besitzen; F* liest noch 7i also relativ, angeblich nach Cod. Yat., was ihn eben auf die abenteuerliche Auffäss. des Deponens gebracht, in Wirklichkeit aber nach neuerer Forschung vorliegend in Tischendorfs Ausg. der Septuaginta, hat der Cod. Vat. n disjunct. was die Möglichkeit bietet, es grammatisch richtig wie Deponens sonst in activer Bedeutung zu nehmen: ״oder er gelobt sie sich an“ u. w. Dagegen hat seine Methode wieder der höheren Kritik, die das Echte vom Unechten scheidet, in hohem Grade gedient, wie, um nur einiges herauszugreifen aus seinen Ausführungen zu Sepl) a. a. 0. § 40. 17*