Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Z. Frankel's Verdienste um die Septuagintaforschung
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 3)
- Language
- German
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Z. Frankels Verdienste um die Septuagintaforschung. 255 den Wunsch den Vater des Gedankens sein lässt u. über das Ziel hinausschiesst, ein Schicksal, dem auch Frankel nicht* ganz entgangen ist. So vermag ich in Septuaginta zu Exod. 1218 ג durchaus nicht die Halacha von אסור חמץ מחצות י״ד בניסן zu erblicken1), zu gesucht auch erscheint die Annahme einer Berührung mit der Halacha bei XXI, 292), und hei XXII, 8, dass auch die Septuaginta den Schluss פרט למרשיע עצמו wollten, wird eben nur der behaupten wollen, dem eines im anderen wiederzufinden, Lieblingsgedanke geworden3). Die Septuaginta ist doch in erster Reihe Uebersetzung, in der die Wiedergabe des schlichten Bibeltextes, wenn auch wie bei einem ersten hermeneutischen Versuch vielfach verkannt, doch noch zu ihrem Recht gelangt. Parallelisirungen, sonstige grössere Zusätze bei der Septuaginta rühren, wie bekannt, grossen Teils von Diaskeuasten her, ändern also am Grundcharakter nichts. Die Verteilten sind Alexandriner, Alexandrien aber ein Sitz wissenschaftl. Hermeneutik; auf solchem Boden erwachsen, wollen die Vertenten auch nichts als Wortsinn geben, sind darum im Ganzen nur zu sklavisch treu verfahren, wenn sie auch von dem allgemeinen Bestreben der alten Vertenten, Exegese neben dem Uebersctzergeschäft zu treiben, nicht frei geblieben sind. Ein subjectives Fühlen, wie Glauben an den Messias, Sehnen nach dem Messias hat der griech. Vert., wie das Frankel bei ihm zu Numeri 24, 7 ff. erblickt4), sicherlich nicht hineintragen wollen, er findet den Gedanken von stt&i xt 1 einfach vor, und ist der Beweis von Frankel darum auch nicht stringent, dass die Messiasidee früher in Alexandrien aufgetaucht sei, als in Palästina. In der dabei sich aufdrängenden ״heiklen“ Frage, wie Freudenthal Hellenist. Studien (S. 67 ff.) sie nennt, ob, wo Behrührungspunkte zwischen paLästinisch-babylon. u. jüdisch-hellenistischen Lehren sich finden, dieselben in Palästina oder Alexandrien ihren Ursprung gehabt, ob dieses lediglich von jenem abhängig oder auch umgekehrt, Palästina von diesem abhängig sei, kann und wird man anderer Meinung sein als Frankel ן dieser ist geneigt, in allem u. י jedem die Priorität den Palästinensern einzuräumen. Bezeichnend dafür ist doch, dass er für die diesen Gegenstand *) Leber d. Einfi. § 18. ף a. a. 0. § 18. 3) a.’ a. 0. § 18. 4) Ueber den Einfluss p. § 10.