Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Z. Frankel's Verdienste um die Septuagintaforschung
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 2)
- Language
- German
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254 Z. Frankels Verdienste um die Septuagintaforschung. die Anfänge zu suchen haben späterer bedeutsamer Religionsentwicklung, Keime von religionsphilosophischen Ideen, wie von halachischen Dingen, von denen uns nur der Ausbau litterarisch fixirt in einem Yerhältnissmässig später! Schriftthum vorliegt. Wenn Frankel bei seinen Septuagintastudien scheinbar nur einen Nebenzweck im Auge gehabt, es war das/wie er sich selbstäussert im Vorw. zu der ״Vorst, zur Sept.u und ״Ueber den Einfh“ Bausteine zu sammeln zu einer ״Ent- Wicklungsgeschichte der Halacha“ und damit ein classisches Studium des Talmuds zu fördern, diesen Mittelpunkt von Frankel’s gesammter Geiehrtenthatigkeit, so war er in tiefgehenden Untersuchungen so glücklich, auch, zahlreiche Beziehungen zu palästinensischem Midrasch, dem halachischen wie agadischen, in der Septuaginta zu entdecken. Das giebt auch seinen Septuaginta-Arbeiten ein eigenartiges Relief gegenüber den Neueren, denen das Interesse an der alex. Uebersetzung in dem einen aufgeht, dass sie sie, mit Lagarde zu reden, zur Controlle der paläst. Recension des Bibeltextes des M. T., benutzen. Dank seiner Arbeiten hat die Entwicldungsgesch. der Halacha nicht mehr weite öde, unerschlossene Strecken in dem angedeuteten Zeitraum zu verzeichnen, das Dunkel ist doch in Etwas gelichtet. Frankel war auch wie nicht leicht ein Zweiter in seiner Zeit für derlei Untersuchungen prädestinirt, denn es gehört schon ausser sonstigen Requisiten profunde Kenntnis von Talmud und Midrasch dazu, die ebenF. in eminentem Sinne besass, weshalb er auch, da die Septuagintaforschung bis dahin — eine bemerkenswerthe Erscheinung — fast ausschliesslich in Händen christlicher Gelehrtenkreise lag, diesen darin über sein musste und damit seine Septuaginta-Forschungen geradezu epochale Bedeutung erlangen mussten, wie solches heute auch in christl. Gelehrtenkreisen anerkannt wird, u. z. B. C. Siegfried in ״Phil, von Alexandrien“ (S. 17) schreibt: ״Wie sehr diese Uebersetzer von der paiästin, Tradition abhängig waren, wie oft bei ihnen ganz bestimmte Bezugnahme auf halachische und agadische Elemente sfcattfindet, hat besonders Frankel dargethan“, Es thut wohl solche dem Gelehrten ohne jede confessionelie Voreingenommenheit dargebrachte Huldigung, während z. B. Bleek-Wellhausen, Einleitung in d. alte Testament, Frankel’s kaum mehr als ein Mal und auch seines Verdienstes einschränkend Erwähnung thut. Es liegt in der Natur einer ersten Entdeckung in der Wissenschaft, dass in den weiteren Cönsequenzen man nur zu oft