Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zacharias Frankel
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Zacharias Frankel. 241 von ihm veranstalteten Ausgaben erfahren eine umfassende und klare Darstellung und Beleuchtung. Diese Einleitung sollte nur die Vorhalle sein für einen Commentar zur ersten Ordnung Seraim des Jeruschalmi, den Frankel bereits 1867 in seinem Nachtrage zum Darke ha-Mischna angekündigt hatte. Erschienen sind von ihm zwei Theile, der erste über die Tractate Berachot und Peah, (Wien, 1874), der zweite über den Tractat Demai, nach dem Tode Frankels, (Breslau 1875), einen Tag vor seinem Heimgange nahezu druckfertig beendet. Sein Leben war Arbeit bis zum letzten Athemzuge. Den Werken seiner unerschöpflichen Gelehrsamkeit und seines umfassenden scharf eindringenden Geistes ist in immer steigenden Masse die Anerkennung seiner Fachgenossen zu theil geworden, und insbesondere seine Einleitungen zur Mischnah und zum Jeruschalmi werden stets Werke unerlässlichen Studiums für jeden Jünger der talmudischen Wissenschaft sein. Der grösste Werth des Lebens und der Wirksamkeit Frankels aber liegt in seiner pr aktisch en Thätigkeit als Organisator und Leiter des jüdisch-theologischen Seminars. In der Jahresschau, mit der er den zweiten Jahrgang seiner Monatsschrift (1858. S. 15 ff.) einleitete, hatte er als ernste heilige Pflicht der Lehrer Israels ausgesprochen : ״Leben, lebendiges Wort, mündliche Mittheilung, einen Kreis wissbegieriger Schüler um sich sammeln und — wie es die alten Lehrer thaten — mit und in ihnen leben״ .״Woher sollen die künftigen Rabbiner ihre theologische Bildung nehmen? Gegenwärtig zehren wir, wenn auch kärglich, von dem Mark und Nachlass mancher vor einigen Jahr״ zehnten dahingegangenen Lehrer; aber dieses ״Erbtheil der Väter“ hört allmählich auf; wird nicht daran gegangen, junge Rabbiner heranzubilden, welche Zukunft stehet Israels Heiligthum bevor? An wen werden sich Israels Gemeinden halten? Wer wird die Schätze des Glaubens ־wahren, wer die grosse Errungenschaft der Väter vertreten? ״Schöpfung eines Seminars, so mahnet dringend der trostlose Zustand der Gegenwart“. ״Behalten wir den bescheidenen Namen bei, den unsere Grosses leistenden Vorfahren brauchten; ״Lehrzimrner, Lehranstalt“. ״Eine Lehranstalt, in der die Glaubenswissenschaft den ersten und vorzüglichsten Rang einnehme, aber auch die all- Monatsschrift, 45. Jahrgang־. 16