Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zacharias Frankel
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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240 Zacharias!Frankel. haben im Wesentlichen den talmudischen Forschungen bis auf unsere Zeit ihre Richtung vorgezeichnet. Von den drei beabsichtigten Theilen desselben erschien nur der erste mit einem kurzen Nachtrage. EÄe weitere Ausführung, insbesondere die Behandlung der Tosifta, Andern überlassend, wandte Frankel seine Thätigkeit jetzt einer eindringenden Durchforschung des jerusalemischen Talmuds zu, der ihn in den letzten anderthalb Jahrzehnten seines Lebens hauptsächlich beschäftigte. Daneben erschienen als Programmbeilagen ״die Grundlinien des mosaisch-talmudischen Eherechts“, (Breslau 1860) ״der Entwurf einer Geschichte der nachtalmudischen Responsen“, (Breslau 1865), zunächst diejenigen der Gaonen behandelnd und im Anschluss an frühere, bereits in den Verstudien erwähnte ,Arbeiten, die Schrift ״zu dem Targutn der Propheten“ (Breslau 1872). Nachdem in der Monatsschrift von 1851 an bereits Skizzen1) zu einer Einleitung in den Talmud erschienen waren, denen sodann später weitere Beiträge, eine allgemeine Charakteristik und eine specielle Abhandlung über die Redaction des baby- Ionischen Talmud2), sich angesehlossen hatten, erschien 1870 die gleichfalls hebräisch geschriebene ״Einleitung in den jen1salemi?chen Talmud,“ מבוא הירושלמי♦ Ein weites Gebiet, seit langer Zeit von Wenigen betreten, der gebahnten Wege und der Wegweiser entbehrend, wurde von ihm mit scharfem Auge und liebevoller Sorgfalt durchforscht und ein klarer, übersichtlicher Plan von dessen ganzem Umfange entworfen. Die Lage und Verhältnisse der Juden Palästina1 s■ zur Zeit der Entstehung dieses Talmud, die von ihnen hauptsächlich bewohnten Gegenden und Städte, ihre Akademien und Lehrer, deren Sprache und Lehrweise, Methode und Behandlung der Mischna, ihre Unterschiede von den babylonischen Amoraim in der Discussionsweise, wie die schliessliche Verschiedenheit der Redaction beider Talmuden, die reiche Entwickelung der Haggada in Palästina und die daraus hervorgegangene Litteratur,'die verschiedenen Generationen der Talmudlehrer und deren Thätigkeit im Einzelnen, die Schicksale des Jeruschalmi nach seinem Abschluss, seine Erklärer uud die 1j Jakrg. I, S. 36 ff. 70 ff. ף Jahrg. X, S. 186 ff. 205 ff. 258 ff.