Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zacharias Frankel
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Zacharias Frankel. Kraft zu nähren und zu pflegen. Er nahm mit der Schrift: ״Ueber den Einfluss der p alästinis chen Exegese auf die alexan drinische Hermeneutik (Leipzig 1851), den Faden der wissenschaftlichen Thätigkeit wieder auf, die er im Jahre 1841 mit den ״Vorstudien zu der Septuaginta״ begonnen hatte. In dieser hatte er bereits (Vorwort, S. XI fl.) seinen wissenschaftlichen Lebensplan vorgezeichnet: ..Mit dem Ernste des Glaubens paare sich der Ernst der Wissenschaft, der Wissenschaft, die zwar allmälig nur sich Bahn bricht, aber die Genesis und die Ausbildung des Bestehenden genau erforscht, das Unwichtige vom Wichtigem, das Fremdartige von dem inneren Kern, die Form vom Wesen scheidet und sich endlich auch im Leben Geltung verschafft, dem Gemüthe sein Recht zugesteht, aber es zu läutern und für das, was sich nie überlebt, zu gewinnen sucht . . ״Eine Entwickelungsgeschichte der Halacha dürfte wohl einen Grundstein zu dem neu vorzubereitenden Baue bilden und diesen zu liefern, war seit mehreren Jahren der Gedanke, der meine Studien belebte. Eine Erörterung, die zeigte, wie das Einzelne der Halacha in’s Leben getreten, und wie sie von einfachen Anfängen sich in jene reichen wildbrausenden Ströme ergoss; eine Untersuchung, durch welche erkannt würde, was jeder Zeit an gehört, was ferner aus dem jedesmaligen Bedürfnisse hervorging und w^as der freien Forschung sein Entstehen verdankt; eine Ermittelung des Forschens der früheren und der späteren Zeit, die nachwiese, wie Eines aus dem Andern derivirte, in die Discussionsweise jedes Zeitalters eindränge und die rhapsodistische Aneinanderreihung des Früheren und Späteren in ein System brächte : würde ein klassisches Studium des Talmuds fördern und den oberflächlichen Urtheilen, sowie vielen unreifen Ansichten Vorbeugen.“ Die Vorstudien zur Septuaginta sollten die geschiehtlieh zu erkennenden frühesten Spuren der Halacha in der griechischen ׳ Bibelübersetzung nachweisen. Sie führten in weiterer Erörterung zu einer Untersuchung über die Entstehung und die Eigenthümlichkeit dieser Uebersetzung und ihrer Bedeutung für das Verständniss ihrer Zeit, zu einer Beleuchtung der in Palästina und Aegypten berrsehenden Anschauungen und Studien. Die in den Vor-