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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 234

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Zacharias Frankel
Date
1901-01-01
Page
Seite 234 (sequence 8)
Language
German
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234 Zacharias Frankel. ihrer Verhandlungen ausgesprochen. Sie wurden getäuscht. Statt eines ruhigen besonnenen Aussprechens über den Ernst der Fragen, eines gründlichen Erfassens dessen, was noth thue, der Erkenntniss der im Judenthuine wirksamen Kräfte und der Achtung von dem lebendigen Glauben, wurden über die wichtigsten Gegenstände kurzab ohne eingehende Untersuchung feste Entschlüsse gefasst, ohne Rücksicht . und vielfach unter Missachtung dessen, was bisher für heilig gegolten, dagegen befangen von dem Einflüsse der herrschenden Tagesmeinung und der Furcht, auch den unbegründetsten Forderungen derselben entgegenzutreten. Frankel sprach in einer Kritik über die Protokolle und in der Antwort auf die darauf erfolgten Angriffe des Präsidenten der Versammlung seine Verurtheilung über dieselbe aus. Gedrängt, nun selbt seine Ansichten auf einer Rabbinerversammlung auszusprechen, erschien er auf derjenigen, die in Frankfurt a. M. im folgenden Jahre zusammentrat. Sein erster Anspruch an die Versammlung war, dass sie ein festes Prinzip ausspreche, von dem aus sie reformiren wolle, ״sich nicht mit der äusseren Ueb er einstimmun g der Meinung und Stimme Abgebenden begnüge, sondern bekenne, nach welcher Ueberzeugung man sich bestimme/4 Zugleich bezeichnete er als seinen Standpunkt ״den positiv-historis che n, den des Judenthums, wie es sich bis heute entwickelt hat und sich in diesem Geiste noch weiter entwickeln soll.“1) Die Versammlung ging über diesen Antrag zur Tagesordnung über und als in einer späteren Verhandlung sich in der Abstimmung der Mehrzahl das Streben geltend machte, die hebräische Sprache allmählich als Gebetsprache abzuschaffen, da erklärte Frankel2), dass ein Geist, der das, was in jeder Confession Gewicht und Kraft hat, das Historische verdrängt, nicht der der Erhaltung, sondern der der Zer- Störung des positiv-historischen Judenthums sei, eine Tendenz bekunde, mit der vereint er nicht mehr wirken könne“ und trat aus der Versammlung aus. Dieser Austritt war eine That. Er nahm der Ver- Sammlung jede Bedeutung für den grossen Kreis aller l) Orient 1845, S. 253. ף ib. S. 246.

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