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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 2 · p. Seite 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 2
Article
Noch ein Wort über die jüngst in Krakau aufgefundenen Grabschriften
Date
1901-01-01
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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168 Noch ein Wort über die in Krakau aufgefundenen Grabschriften, sagen der vorliegenden Inschrift widersteiten dem, wie es scheint. Bekanntlich war Golde, die Tochter R. Schechna^s von Lublin, des Meisters und Schwiegervaters des R. Mose Isserles, die erste Frau des berühmten Krakauer Gelehrten. Da sie nun am 3. Juni 1552 im Alter von zwanzig Jahren verstorben ist und man mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen darf, dass ihr 1572 verstorbener Gatte nicht wesentlich älter als sie selber gewesen sein wird, so liegt die Yermuthung nahe, dass die Lebensdauer und die Lehrthätigkeit des R. Mose Isserles um je ein Jahrzehnt kürzer anzusetzen ist. Mit dieser Ansetzung stimmte der Bericht des David Gans, der bekanntlich ein Schüler des R. Mose Isserles gewesen ist, und in seiner Chronik1) mittheilt, dass sein Lehrer ״etwa zwanzig Jahre in Krakau״ thätig gewesen sei, sehr wohl überein. *Wenn wir ferner sehen, dass die Yerstorbene (ZL 3 der Inschrift) ausdrücklich als רבנית bezeichnet wird, so gewinnen wir damit einen bestimmten Anhaltspunkt dafür, dass R. Mose Isserles bereits im Jahre 1552 Rabbiner <רב> in Krakau gewesen ist. Seine eigene gelegentliche Bemerkung2) über eine von ihm in Krakau im Trauerjahre um seine Mutter (1553) vollzogene Trauung, bei der er ״nach der Weise des Gemeinde-Rabbiners“ die üblichen Segenssprüche verrichtete, ist demnach in prägnantem Sinne3) zu verstehen. Damit verträgt sich sehr wohl die von Dembitzer4) ermittelte Thatsache, dass es damals das Amt eines אב״ד bei der Krakauer Gemein de noch nicht gegeben habe. Die akademische Lehr״ thätigkeit in seinem Lehrhause war und blieb seine Hauptbeschäftigung, gerade so wie sein gleichzeitiger, nachmaliger Schwager R. Joseph b. Mordechai Gerschon ha-Cohen in erster Linie der Vorsteher einer Lehranstalt war. Dabei wurden jedoch alle Amtshandlungen, die nach dem üblichen Verstände des Wortes dem Rabbiner der Gemeinde Zufällen, von jedem von Beiden vollzogen. Uebrigens erklärt sich die Thatsache, dass R. Mose Isserles in seinen Werken R. Schechna von Lublin, bald ״seinen Lehrer und Schwiegervater bald nur ״seinen Lehrer״ צמח דוד ף I, zum Jahre 5332. 2) ,דדכי משד zu.י ו״ד c. 391, Nr. 2. s) Gegen M. Weissmann-Chajes und J. M. Zunz, עיר הצרכן, S. 5 u. Zusätze S. 24, Nr. 21. 4) כלילת יוסד I, 6a, 7a.

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