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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 2 · p. Seite 140

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 2
Article
Der Commentar des R. Benjamin b. Jehuda zu den Sprüchen
Date
1901-01-01
Page
Seite 140 (sequence 3)
Language
German
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140 Der Commentar des R. Benjamin b. Jelmda zu den Sprüchen. fasst, obgleich nicht durchgeführt hat, geht aus seiner Definition des פשט hervor1). Benjamin ist der erste unter den Schriflerklärern Italiens, der mit seiner garzen Autorität für die einfache Schrifterklärung eintritt. Wenn er auch zuweilen der alten Unsitte, in den ,Worten der Schrift alles Mögliche und Unmögliche zu finden, anheimfällt, so befremdet uns dies nicht, weil er ja gleichfalls ein Kind seiner Zeit ist, und nicht ohne weiteres aus sich selbst herausgehen kann2). Ich verweise diejenigen, welche diese kurzgefassten Angaben weiter verfolgen wollen, auf meine deutsche und hebräische Abhandlung über Benjamin b. Jehuda3) und beschränke mich auf folgende Bemerkungen: 1) Benjamin erklärt die Bibel durch die Bibel. Die heilige Schrift soll nicht durch das Hineintragen fremder und scharfsinniger Gedanken gedeutet werden. Die Eigenart derselben muss aus ihr selbst erkannt und erklärt werden. Darum führt Benjamin bei seinen Erläuterungen eine Menge von biblischen Parallelen an, nimmt Zuflucht zum Sprachgebrauch in den verschiedenen Targumim, im babylonischen und jerusalemischen Talmud. 2) Sein Augenmerk ist weniger auf Einzelheiten gerichtet. Er ist stets bemüht, die "Verse und Capitel im Buch der Sprüche in Zusammenhang zu bringen, dieselben als ein schöngegliedertes Meisterwerk harmonisch nnd einheitlich zu behandeln4). 3) Bei seinen grammatischen Erklärungen schlägt er keinen neuen Pfad ein, sondern richtet sich zumeist nach Jona ihn G’anach und David Kimchi. Dass er der Grammatik hohe Bedeutung in der Schrifterklärung zuschreibt, geht nicht bloss aus seiner ״Einleitung zu den Grammatiken“, sondern auch aus seinen vielen grammatischen Bemerkungen in unserem Commentar hervor. 4) Zur Verdeutlichung seiner Erklärungen bedient er sich nicht bloss der hebräischen, sondern auch der aramäisehen, lateinischen, griechischen, arabischen und französischen Sprache5). Im Commentar zu Esra und Nehemia habe ich 13 Am Anfang dieses Commentars:פשט, כלומר דבר פשוט, נראד, לעינים. 2) Magazin a. a. 0. S. 33 ff. 3) Beide Abhandlungen a. a. 0. *) Aus der Lectüre dieses Commentars entnehmen wir, dass er deshalb sehr oft die überlieferte Vers- und Capiteleinteilung ausser Acht lässt. 5) Vgl. diesen Commentar zu 1, 12; 6, 21; 8, 27; 9, 1; 16, 14; 24, 31; 30, 28. 31; 31, 19 u. s. w.

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