Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 554 (sequence 5)
- Language
- German
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554 Besprechungen. ■ einzelnen Stellen, als in der Erklärung des Zusammenhanges, in öem losen Gefüge, das dem ganzen Werke eigen ist. Hart ist das Urtheil Grätz’ a. a. 0.: ״Es schwimmt Alles untereinander, Grosses und Kleinliches, Erhabenes und Niedriges.“ Unzutreffend ist auch die Charakteristik in den GV. ״der Seder rabba — — verbreitet sich — — über die mannigfaltigsten Gegenstände: bald werden Gesetzesvorschriften erläutert, bald ganze biblische Abschnitte ausgelegt und mit Anwendungen bereichert; Schilderungen des schönen Looses der Tugendhaften und Treuen wechseln mit Gebeten Klagen und Tröstungen ab. Am öftersten wird Busse, Almosenspende-— fleissiges Studium in dem Lehrhause, Ehrfurcht vor den Gelehrten, Keuschheit, Demuth-eingeschärft“ (vgl. ob. S. 381). Die Grundgedanken des Wortes sind vielmehr gleich am Anfänge in der Deutung von Gen. 3,24 angegeben: לשמור את דרך זו דרך ארץ מלמד שדרך ארץ קדמה לכל, עץ החים אץ עץ חיים אלא חורה וכל; diese Gedanken, Verherrlichung der Form und des Gesetzes- Studiums, wie die■ Ermahnung zur Ausübung aller Tugenden und frommen Werke, die der Autor unter דרך ארץ versteht (vgl. S. 71 ומה היא דרך ארץ . . צדקה וגמילות חסדים) — und im Grunde Messen ja beiden Gedanken in einen einzigen zusammen (שנתן דברי תורה לישראל שילמדו מהן דרך ארץ S. 79) — werden durch ganze Buch durchgeführt (vgl. auch Weiss a. a. 0. S. 289). An dieselben• schliessen sich zum Theil umfangreiche Auslegungen und Erläuterung von Gesetzesvorschriften, in denen der S.E. ■ fast zum Auslegungsmidrasch wird; eingefügt sind Erzählungen, von denen besonders charakteristisch für das Werk diejenigen sind, in denen der Autor — d. h. in der Fiction der Prophet Elia (GV. S. 114) — redend auftritt (beginnend mit• פיעם אחת הייתי S. 5, 49, 51, 70 — 75, 80 — 83, 95, 97, 99, 100123 ,122 ,120 ,113 ״, vgl. Seder sutta S. 167, 171, 195, 199; mit מעשה S. 53, 54, 65, 66, 76, 90, 116, 133), zahlreiche Gleichnisse (mit משלו משל למה הדבר דומה S. 4, 6, 9, 11, 12, 17, 20, 34, 88, 89, 91, 93, 97, 100, 113, 114 117, 119, 120, 125, 128, 136, 140, 143, 149, 150, 155, 156, 159; S. 171 173, 174, 178, 180, 182, 193, 194: משל S. 31, 69, 70, 71, 82, 158 160; אמשול לך משל S. 110), Aussprüche und Sentenzen (mit מיכן אמרו S. 4, 11, 14, 18, 22, 23, 24, 30, 31, 33, 43, 47, 55, 59, 61, 62, 63, 67, 72, 74, 79, 80, 81, 89, 92, 100, 105, 107, 1 12, 113, 115, 118, 128, 133, 136, 137, 140, 155: S. 167, 173, 184, 191), die, wie die Eulogien (mit ברוך המקום u. s. w.; vgl. gv. s. 113c), Gebete אבי שבשמים s. 83, 100, 110, 121), Ermahnungen an den Leser (שמעוני אחיי ועמי S. 86, 103: das. בלשו רחמים) den Vortrag so reich beleben. Dass der rechte Zusammenhang zwischen den einzelnen Stellen bisweilen fehlt, ist doch bei einein Werke, welches Verstümmelungen und Umbildungen unterworfen gewesen ist, oder in welches Bestandteile eines älteren Werkes aufgenommen wurden (vgl. ob. S. 384), leicht erklärlich. — Die jetzige Kapiteieintheilung ist oft eine ganz äusserliche; die einzelnen Kapitel sind an Umfang sehr verschieden, man vgl. Kap. 9 (8), 11 (10), 13 (12), 23 (25) im Sed. r., die — in der Ven. Ausg. — noch nicht 2 Seiten umfassen, und das 18. Kap., das 14 Seiten Text ausfüllt. Aruch a. a. 0.