Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Miscellen über Saadja
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 7)
- Language
- German
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514 Miscellen über Saadja. Aber unmöglich kann diese That gemeint sein. Denn erstens kam ja Heliodorus gar nickt dazu, den Tempel zu schänden, und zweitens ist es unwahrscheinlich, dass die Kunde von ihr, die das II Makkabäerbuch auf bewahrt hat, zu Saadja gedrungen wäre. Wir sind daher auf Vermuthungen angewiesen, und wollen nun zu ihnen Zuflucht nehmen. Die Daten, die der bekannte Ausspruch R. Jose’s über die griechische und hasmonäische Periode enthält, sind bekanntlich ziemlich genau und differiren von den richtigen nur um drei Jahre. Nur muss danach die hasmonäische Periode mit Johann Hyrkan beginnen, also einige 30 Jahre nach der Erhebung der Makkabäer1). Es ist nun die Frage, ob die talmudischen Schriften und diejenigen, welche aus ihnen ihre chronologischen Kenntnisse schöpften, sich dieser Thatsache bewusst waren. Von den Söhnen des Mattathias ist bekanntlich in diesen Schriften nichts enthalten, dagegen einige dürftige Nachrichten über Antiochus Epiphanes vielleicht in Megillatk Taani'th2), dann in einem allerdings späten Midrasch3) und wahrscheinlich auch im Seder Olam4). Eine späte Quelle, nämlich das Seder Olam suta, nennt Mattathias, dann dessen Sohn Simeon als Siegeshelden der Hasmonäer, lässt, wie es scheint, unter seiner Führerschaft, die Hasmonäer gegen Nikanor kämpfen und bezeichnet diesen als König der Griechen5). Saadja war über die Ereignisse etwas besser unterrichtet, denn er hatte vor sich das מגלת בני חשמונאי, das er für ein Werk der Makkabäer hielt6), aber über die Chronologie sagte ihm dieses Schriftchen gar nichts. Es ist nun möglich, dass Saadja wusste, dass die Verfolgung des Antiochus Epiphanes eine Reihe von Jahren vor dem Beginn der hasmonäischen Periode anzusetzen sei• und nahm nun an, dass die Entweihung des Tempels im J. 136 der griechischen 0 Ygl. Loeb, REJ, 1. c. 2) Cap. 11 (211m 28Schebat): *בעשרים ותמניא ביה איתגטיל אנטיובוס מלס מן ירושרם. Vgl• jedoch Brann in MS. 1876, S. 456. ■3) Exocl. r. 15,7: ...כך במלבורן יון הכל ברחו ממנו ומתתיה הכהן ובניו עמדי באמונתו של הקב״ה וברחו מפניהם האוכלוסין של אנטיוכוס ונהרגו כלן• 4) S. weiter unten p. 515. 5) Ed. Neubauer,י p. 71: . . . . בשנת מאה ושבעים ליון איקטל שטעון בן יוחנן בן מתתיד, (.1 שמעון בן מתתיה בן יוחנן) .... בימיו היה צער גדול לישראל בימי ניקנור מרך יון ויצאו בני השמונים והרגו אותו ובל חילותיו היא שנת מאה ושבעים וחמש ליון ומלך יוחנן בן שמעון בן מתתידז בן חשמונאי שלשים ושבע שנים ובו, Es ist unwahrscheinlich anzunehmen, dass etwas Derartiges ursprünglich auch im S. Ö. rabba enthalten war, s. Felix Lazarus in Brüll’s Jahrb. X, 14, n. 1 undRatner,p. 144, 11. 70. 6) Harkavy, 1. c., 205—209.