Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Miscellen über Saadja
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 512 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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012 Miscellen über Saadja. der dritte [persische] König, die Zählung beginnt aber mit Darius dem Meder. Demnach ist die Ansicht, nach der zwischen den chaldäisehen und den griechischen Königen mehr als vier persische Könige [überIsrael?] geherrscht hätten, hinfällig. Denn Darius I trat nach Dan. 9.1 das chaldäische Reich an1), und auf den vierten folgte sofort der griechische König, wie aus unserem Verse hervorgeht. Auch die christlichen Autoren und manche Häretiker, die 17 persische Könige annehmen, sind demnach widerlegt2 ״). Kommen wir nun zum Comm. zu 8,143). Zunächst wiederholt hier Saadja, was er bereits in Amanät gesagt hat, nämlich, dass im Buche Daniel 3 Endzahlen angegeben sind: 1*290, 1335 u. 2300. Bei den ersten zwei ist ימים hinzugefügt, welches Wort nach Lev. 25,29 hier ״Jahre״ bedeutet. Bei der dritten steht ערב בקך, was zusammen einen Tag ausmacht4), also 2300 : 2 ימים, d. i. 1150 Jahre. Mithin muss das Ereigniss, von dem 8,19 gesprochen wird, nämlich die Verödung und Verwüstung des Heiligthums und der Opfer, um 140 J. später geschehen sein, als das des 12,11, nämlich das Auf hören der Th amidopfer und das Aufstellen des Verwüstungsgreuels, und dieses. wiederum 45 J. nach der Offenbarung: Heil dem, der da harret und erreicht 1335 J. (12,12). Das Ereigniss aber, von dem 12,11 berichtet, und das nach den Amanät am Beginne des zw. Tempels passirt ist, geschah, wie Saadja hier ausdrücklich sagt, im 32ten Regierungsjahre des Artachschasta. Was geschall nun in diesem Jahre? Damals kam, nach Neh. 13, Nehemia zum zweiten Mal nach Jerusalem, fand dass die grosse Zelle, die zur Aufbe- Währung der Speiseopfer, des Weihrauchs, der Tempelgeräthe, des Zehntens für die Leviten und der Hebe für die Priester bestimmt war, dass diese Zelle von Eljaschib seinem Verwandten Tobia gegeben wurde, der sie zu seinem Privatgebrauch benutzte. Nehemia warf nun die Geräthe Tobia’s hinaus, reinigte die Zellen5) und brachte dorthin die Tempelgeräthe, ג) S. Raschi u. ibn Esra z. St. 2) Saadja scheint also syrische christb'che Chroniken vor ■sich gehabt zu haben, aber leider ist es mir hier unmöglich, den Quellen nachzugehen. Interessant ist, dass auch Karner dieser Annahme gefolgt sind. 3) S. Beilage I. Der Anfang ebenfalls in הגרן p. 94. 4) Saadja nimmt hier ערב und בקר im Sinne von Nacht und Tag, s. REJ 34, 173, n. 1. ß) Zu bemerken ist hier die Mehrzahl לשכות, während bisher nur von einer רשבה die Rede war.