Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Erwähnung Jochanans des Hohenpriesters im Pseudojonathan zu Deuter. 33,11 und das angeblich hohe Alter dieses Targum
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 485 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Erwähnung Jocharian’s d. Hohenpriesters i. Pseudojonathan 7״ Deut. 485 Propheten mit den Baalspriestern. Oh diese letztere Deutung, nämlich auf Elia, auch schon in einem Midrasch sich vorgefunden habe und von Pseudojonathan dann nur benutzt worden sei, lässt sieb, nicht mehr feststellen, wenn wir es auch mit vieler Wahrscheinlichkeit vermuthen dürfen. Dagegen wissen wir aus Raschi genau, dass eine, zweifellos sehr junge Haggada thatsächlich jene Stelle im Segen Moses auf die Makkabäerkämpfe bezogen hat. Nachdem nämlich Raschi in seinem Commentar zunächst die Deutung des Siphre, welche die Stelle auf das Priesterthum und seine Gegner bezieht, wiedergegeben, heisst es bei ihm dann wörtlich weiter: ״Eine andere Auslegung lautet: ״er (Mose) sah im Geiste voraus, dass einst Hasmonai und seine Söhne werden einen Kampf zu bestehen haben mit den Heiden, darum betete er für sie, weil ihrer nur wenige waren, die zwölf Söhne Hasmonais und Eleasar gegen viele Myriaden u. s. w.“ ד״א ראה שעתידי י חשמונאי ובניו להלחם עם עובדי כוכבים והתפלל עליהם לפי שהיו מועטים י״ב בני חשמנאי ואלעור 1כנגד כמה רבבות וכו'). Nun wissen wir auch genau, was die Stelle im Jonathan eigentlich besagen will. Wir wissen nun, dass in ihr gar nicht von Johann Hyrkan, sondern von den Makkabäern die Rede ist, und ihre Feinde, die Syrer sind es, von denen hier gesagt wird, ״sie sollen keinen Fuss zum Stehen haben/‘ Wir sehen aber auch zugleich, dass diese Uebersetzung ebenso wie die Haggada bei Raschi bereits einer Zeit angehören, welche an jene glorreiche Erhebung der Makkabäer nur noch eine sehr schwache und dunkle Erinnerung sich bewahrt hatte, in welcher selbst der Name des greisen Führers und Oberhauptes der Makkabäerhelden bereits aus dem Gedächtnisse geschwunden war. Denn wie in jenem Midrasch Mattathias, der Hasmonäer, mit Hasmonai, dem Stammvater, verwechselt wird, ebenso erscheint in unserer Uebersetzung als Repräsentant der Makkabäer an Stelle des Mattathias, des Sohnes Jochanan’s, Jochanan der Va’ter״ den sie zudem noch als ״Hohenpriester“ bezeichnet, genau der gleiche Irrthum, der uns auch sonst in den litterarischen Erzeugnissen aus später Zeit wiederholt begegnet, wie im J osippon und dem Gebete על הנסים der ״Te- ג) Auch Gen. r. Sect. 90, Abs. 2 (ygl. auch Tanchuma zu ויחי Abs. 14 und Schocher-tob Ps. 67) wird die Stelle auf die Hasmonäerkämpfc gegen die Syrer bezogen.