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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 10 · p. Seite 484

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 10
Article
Die Erwähnung Jochanans des Hohenpriesters im Pseudojonathan zu Deuter. 33,11 und das angeblich hohe Alter dieses Targum
Date
1900-01-01
Page
Seite 484 (sequence 4)
Language
German
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484 Die Erwähnung Jochanan’s d. Hohenpriesters i. Pseudojonathan z. Deut. wenig Aufhebens von dieser Stelle macht und sich sehr vorsichtig und zurückhaltend äussert. Er erwähnt Johann Hyrkans seihst auch nicht mit einem Worte, redet vielmehr nur von den Hasmonäern im Allgemeinen. Er sagt nämlich (a. a. 0.): ״Eine solche Deutung konnte nur in einer den Hasmonäern freundlichen Zeit entstehen und im Munde der Meturgemanim sich erhalten.“ Man sieht. G. ist hier etwas dunkel und vor Allem sehr kleinlaut, was gar nicht seine Art ist. Ein Blick in den Raschi-Commentar zur Stelle, und das Bäthsel ist gelöst; denn die darin angeführte haggadische Auslegung gieht uns vollständigen Aufschluss über den wahren Sinn der Jonathan-Stelle. Hören wir indessen vorerst, was die Haggada überhaupt zu dieser Schriftstelle bemerkt! Im ältesten Midrasch zum Deuteronomium, dem Siphre, finden wir (Piska 352) zu unserer Stelle zwei Auslegungen. Die eine bezieht die Stelle allgemein auf alle, welche das Priesterthum des Hauses Levi anfechten מחץ מתנים קמיו, כל מי שמעורר כנגדו על הכהונה מיד נופל. Hie andre, offenbar schon etwas jüngere, fasst sie im Grunde in gleichem Sinne auf, nur dass sie in ihr bereits eine Beziehung sucht auf bestimmte historische Vorgänge, nämlich einerseits auf die Empörung Koraclis, andererseits auf den Eingriff König Usia’s in die Rechte des Priesterthums ד״א מחץ מחנים קמיו זה קרח ומשנאיו מן יקומון זה עוזיהו. Mehr, als Siphre hier bietet, findet sich zur Stelle1) auch in keinem der übrigen bekannten Midrasch-Werke. In späterer Zeit jedoch scheint diese Auslegung nicht mehr befriedigt zu haben. Offenbar fand man eine solche Bezugnahme auf Koraclis Empörung, die zur Zeit des Moses-Segens ja bereits längst abgethan war, nicht am Platze, und andererseits wiederum eine solche auf Usija für bedenklich, weil sie für den ,,frommen“ König gar zu hart erscheinen mochte. Man versuchte es daher einmal damit, unter den ״Widersachern und Hassern“ im Segen Moses anstatt, wie bisher, Gegner des Priesterthums vielmehr Feinde des Volkes und der Religion zu verstehen, gegen welche Priester den Kampf geführt. Und so bot sich denn nunmehr aus der Geschichte Israels eine ganz neue und ungleich ansprechendere Beziehung dar, einerseits im Hinblick auf die Makkabäerkämpfe, andererseits aber auch, — nachdem einmal Elia mit dem Priester Pinchas für identisch galt — im Hinblick auf den Kampf dieses b vgl. jedoch unten S. 485 Anm. 1.

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