Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Erwähnung Jochanans des Hohenpriesters im Pseudojonathan zu Deuter. 33,11 und das angeblich hohe Alter dieses Targum
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829741-2829752-2883052--30295-2883081- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
482 Die Erwähnung Jochanan’s d. Hohenpriesters i. Pseudojonathan z. Deuter. haben“ וקרבן ידוי דאליהו כד,נא דטקרב בטרורא כרמלא תקבל ברעוא תביר חרצא דאחאב סנאיה ופורקת נביי שקרא דקיימין לקובליה ולא יהא לפנאוי ר י ו ח’נ ך מהנא רבא רגל למקום Die von uns hervorgehobenen Schlussworte sind allerdings für den ersten Blick sehr frappant. Indessen "beruht diese Wirkung nur auf einer Art von Suggestion. Geiger ist hier sehr diplomatisch. Er vermeidet es, auch nur mit einem Worte anzudeuten, worauf diese historische Anspielung sich beziehe, als wäre dies selbstverständlich und gar nicht miss zu verstehen. Um so mehr gewinnt der arglose Leser den Eindruck, dass unter dem ,,Hohenpriester Jochanan“ kein anderer als Johann Hyrkan zu verstehen sei, unter dessen ״Feinden“ er sodann weiter die am Ende seiner Regierung hervorgetrefcene Gegner- Schaft vermuthet. Und so ergiebt sich denn von selbst der Schluss, dass eine derartige Deutung nothwendig einer Zeit angehören müsse, die jedenfalls nicht weit abliegen kann von derjenigen Johann Hyrkans, und das ״uralte“ Targum erscheint demnach erwiesen. Sieht man jedoch nur ein wenig genauer zu, so findet man sofort, dass die Rechnung unmöglich stimmen kann. Dass wir es zunächst nicht mit einer alten Uebersetzung hier zu thun haben, würde allein schon der Umstand beweisen, dass der Prophet Elia in ihr als ״Priester“ figuriert; denn das Priesterthum Elias stammt erst aus der jüngeren Aggada her1 * * * * *). Aber auch abgesehen hiervon, darf man wirklich annehmen, es habe je ein Targumist Johann Hyrkan und seine persönliche Gegnerschaft in einem Athen! zu nennen gewagt mit dem Propheten Elia und seinem Kampfe gegen die Baalspriester auf dem Karmelberge? Eine solche Parallele wäre auch im Munde von Schmeichlern ganz undenkbar! Und nun vergegenwärtige man sich ferner, wer eigentlich die Gegner Hyrkans waren, auf die hier das Gebet Moses, ,,sie sollen 1j Es beruht nämlich auf der Identificicrung Elias mit dem Priester Pinchas. Siphre jedoch weiss noch nichts von dieser Identität, wohl aber das junge Pirke li. Elieser (cfr. Jalkut, Anfang des Abscli. פנחס) und Pseudojonathan (zu Num. 25,12־). Dasselbe scheint auch der Fall zu sein bei Bemidbar rabba (cfr. Cap. 28, Abs. 4), oh auch hei Tancbuma, ist zweifelhaft (cfr. Buher zu Tanch., Abschn. פנחס, Rote 19) Der uns so sehr geläufige Satz פנחם זה אליהו ist ein Citat des Jalkut (a. 0.. a. 0.) aus einem unbekannten מדרש und wird dort auf Simon b. Lakisch zurückgeführt; er ist also bestenfalls nicht älter als das zw7eite Am oiäerges chic cht. Indessen muss es noch sehr bezweifelt werden,